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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Boys Don't Cry

Mit einer thematischen Einführung von Dr. med. Georg Ehrlinspiel

Regie: Kimberley Peirce Buch: Kimberley Peirce, Andy Bienen Kamera: Jim Denault Musik: Nathan Larson Darsteller: Hilary Swank, Chloë Sevigny, Peter Sarsgaard, Brendan Sexton III, Alicia Goranson, Alison Folland, Jeanetta Arnette Produktion: USA, 1999 Länge: 118 min. Fassung: 35 mm, DF

Brandon Teena (HS) will mehr vom Leben als man ihm in seiner Welt zugestehen würde. Denn eigentlich wurde er als Teena Brandon geboren und ist biologisch gesehen eine Frau. Als das in seiner Stadt bekannt wird, sorgt es für reichlich Ärger und er verschwindet nach Falls City, Nebraska. Dort bewahrt er Candace (AG) vor Belästigung und lernt durch sie John (PS), Tom (BS), Kate (AF) und Lana (CS) kennen. Für eine Weile scheint alles wunderbar: Brandon geht vollkommen in der neuen Clique auf und wird praktisch in Lanas Familie aufgenommen. Noch mehr hat er allerdings Augen für Lana und zwischen den beiden entwickelt sich mehr. Noch weiß niemand von seinem Geheimnis – doch für wie lange?

Boys Don't Cry beruht auf der Geschichte des realen Brandon Teena und seinen Erlebnissen im Jahre 1993. Kimberley Peirces Werk inszeniert das Geschehen auf sowohl schonungslose als auch realistische Weise, verliert aber dadurch nicht an Atmosphäre. In der Weite des Mittleren Westens und der Perspektivlosigkeit der unteren amerikanischen Mittelklasse verwurzelt, zeigt der Film, wie schwierig es für manche Menschen ist, außerhalb der gewohnten Kategorien zu denken. Gerade in diesem Milieu definiert man sich stark über sein Geschlecht und alles, was in dieser Hinsicht "widernatürlich" oder ungewöhnlich wirkt, wird mit Misstrauen gestraft. Klar definierte Rollenmerkmale und Erwartungen an das andere Geschlecht geben den Charakteren eine gewisse Sicherheit im Alltag – "schwarzweiß" ist wohl doch einfacher zu ermessen als "bunt".

Der stimmungsvolle Film wirft einige Fragen auf: Wie schafft man in einer streng regulierten und überkategorisierten Welt Platz für Neues? Für neue Denkweisen und vor allem der Aufgeschlossenheit ihnen gegenüber? Wie bringt man Menschen in festgefahrenen Verhältnissen bei, dass es mehr gibt als das, was sie kennen? Und außerdem: Wie entsteht Respekt vor etwas, das man nicht einschätzen kann und somit Angst auslöst? Die Antworten auf diese Fragen reichen sicher so weit wie die Felder von Nebraska...

Text: Natalie Kurz

Spieltermin:
Mittwoch, 13.07.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Das dritte Geschlecht
 Mittwoch  13.07.2011  20:00 Uhr  DF  Boys Don't Cry
 Mittwoch  20.07.2011  20:00 Uhr  35 mm, En. OmU  Transamerica
 Mittwoch  27.07.2011  20:00 Uhr  Thail. OmU  Beautiful Boxer
 Mittwoch  03.08.2011  20:00 Uhr  Sp. OmU  XXY
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