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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Gattaca

Regie&Buch: Andrew Niccol Kamera: Slawomir Idziak Musik: Michael Nyman Darsteller: Ethan Hawke, Uma Thurman, Jude Law Produktion: USA, 1997 Länge: 106 min. Fassung: 35 mm, DF

Der Science-Fiction-Film Gattaca behandelt das heute wieder in heiße Diskussion geratene Thema der Präimplantationsdiagnostik. Es wird eine Welt in nicht allzu weit entfernter Zukunft gezeigt, in welcher die Gene über sozialen Auf- oder Abstieg entscheiden. Ein Ehepaar entschließt sich, den ersten Sohn (Vincent) auf natürliche Weise zur Welt zur bringen, wendet aber beim Zweitgeborenen die Präimplantationsdiagnostik an. Denn da Vincent mit einem Herzleiden und anderen Krankheitsrisiken zur Welt gekommen ist, wird ihnen ein durch und durch „perfektes" Baby mit den bestmöglichen Genen vorgeschlagen. Im ständigen Wettkampf der Brüder um Größe und Stärke gewinnt zunächst immer der jüngere Bruder Anton. Vincent aber sehnt sich nach einer Karriere in der Raumfahrtsorganisation Gattaca, in der jedoch nur „valide", das heißt genetisch einwandfreie Menschen zugelassen werden. Da er dies nicht aufweisen kann, schlüpft er in die Identität des genetisch perfekten, aber querschnittsgelähmten Sportlers Jerome. Mit dieser neuen Identität wird ihm der Zugang zu Gattaca ermöglicht.

Der Film zeigt auf beeindruckende und schockierende Art eine Welt, in der Aufnahmegespräche überflüssig werden und es einzig und allein darum geht, welche Erbanlagen ein Mensch besitzt, die schnell durch einen Urin- oder Bluttest abgefragt werden können. Dabei wird der Mensch darauf reduziert, wie leistungsfähig sein Organismus ist. Welche Wünsche oder Träume ein Mensch hat oder wie stark sein Wille ist, spielt keine Rolle mehr. Seine Lebensziele zu erreichen wird ihm unmöglich gemacht, wenn er nicht das passende Erbgut vorzeigen kann. Eine erschreckende Zukunftsvision, die in Ansätzen bereits heute in unserer Welt zur Realität wird. Das uralte Problem der Menschheit, welches in einem Wahn der Segregation der Menschen in die unterschiedlichsten Kategorien (jüdisch und nicht jüdisch, behindert oder nicht behindert, intelligent und weniger intelligent…) liegt, wird in dem Film Gattaca auf originelle Weise aufgegriffen und künstlerisch verarbeitet.

Vorfilm: X

R&B: Raphael Wahl K: Uri Ackerman M: Candela 2 P: Deutschland 2005 L: 7 min.

Ein Astronaut verliert seine Einzigartigkeit und muss seine Identität gegenüber zahlreichen Kopien seiner selbst behaupten. Literaturfilm inspiriert durch Stanislaw Lem.

Text: Ida Mederos

Spieltermin:
Donnerstag, 19.05.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Wunschkinder
Die Technisierung der menschlichen Fortpflanzung
 Donnerstag  12.05.2011  20:00 Uhr  En. OmU  Frozen Angels
 Donnerstag  19.05.2011  20:00 Uhr  DF  Gattaca
 Samstag  21.05.2011  19:30 Uhr  En./Hebr. OmU  Google Baby
 Donnerstag  26.05.2011  20:00 Uhr  En. OmU  The Kids Are All Right
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