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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Metropolis

Zuschauer-Wunschfilm zum 54. aka-Geburtstag

Regie: Fritz Lang Buch: Thea von Harbou Kamera: Karl Freund, Gunther Rittau, Walter Ruttmann Musik: Gottfried Huppertz Darsteller: Brigitte Helm, Alfred Abel, Gustav Fröhlich, Rudolf Klein-Rogge Produktion: D, 1927, Restaurierung 2010 Länge: 145 min. Fassung: 35 mm,Stummfilm

Metropolis, eine Art Super-New-York, die Stadt der Zukunft, besteht aus einer Ober- und einer Unterstadt. Die Oberstadt, ein Viertel gewaltiger Hochhäuser, ist das Reich der Großunternehmer, aber auch des Vergnügens. In der Unterstadt, vom Licht des Tages abgeschnitten, bedienen Arbeitermassen, zu Sklaven geworden, die ungeheueren Maschinen. Freder, der Sohn des Metropolis beherrschenden Magnaten, schließt sich den Arbeitern an und wird ein Anhänger Marias, eines Proletariermädchens, der großen Trösterin der Unterdrückten. Sie mahnt die Arbeiter zu Geduld, denn es werde ein Vermittler zwischen Hand und Hirn aus den Kräften des Herzens entstehen. Freders Vater hält diese Vermittlung des Herzens für so gefährlich, daß er einen Roboter herstellen läßt, der Maria vollkommen gleicht, aber dessen Charaktereigenschaften mit triebhaften Zügen durchsetzt sind. Die „falsche“ Maria wiegelt die Arbeitermassen auf, ihre Maschinen zu zerstören, um so dem Industriellen den Vorwand zu liefern, den aufständischen Geist der Arbeiterschaft zu unterdrücken. Die Arbeiter, vom Roboter angestachelt, zerschlagen die Maschinen und setzen die Stadt unter Wasser. Würden die „echte Maria“ und Freder nicht im letzten Augenblick rettend eingreifen, wären sie sie verloren. Die Schlußszene vereinigt Freders Vater mit seinem Sohn und Maria und einer Gruppe von Arbeitern unter Führung des Werkmeisters. Auf Freders Drängen schüttelt sein Vater dem Werkmeister die Hand und so wird das vermittelnde Band zwischen Kapital und Arbeiter: das Herz." (aka-Programmheft vom Sommersemester 1958).

Bei unserer Wunschfilm-Umfrage vergangenes Sommersemester wurde Metropolis am häufigsten genannt, was uns auch sehr gefreut hat: Wenn das expressionistische Meisterwerk dieses Semester am 54. Jahrestag der aka-Gründung läuft, handelt es sich um einen Rekord: Zum 13. Mal hat es Metropolis auf die aka-Leinwand geschafft, dicht gefolgt von Citizen Kane und Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben (12 Mal) sowie Panzerkreuzer Potemkin (11 Mal). Doch nicht nur der Ort der Vorführungen wechselte von der Aula über verschiedene Hörsäle und das ehemals im Stadttheater angesiedelte Kino „Die Kamera“ in den HS 2006, sondern auch der Film selbst veränderte sich: 2008 tauchte in Buenos Aires eine 16mm-Kopie der fast vollständig erhaltenen Originalfassung auf. Letztere war bei Publikum und Kritik nach der Premiere durchgefallen und wurde anschließend drastisch gekürzt – von 4.189 Meter (ca. 2,5 Stunden) auf 3.241 Meter. Weite Teile der Handlung und der Motive der Hauptfiguren wurden herausgeschnitten, so dass sich nun durch die rekonstruierte Fassung „erstmals“ die verschiedenen Handlungsstränge des Films sinnvoll ergänzen. Aller guten Dinge sind 13 – lasst Euch die Gelegenheit nicht entgehen!

Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup

Spieltermin:
Dienstag, 22.11.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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