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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Fritz Bauer - Tod auf Raten

in Kooperation mit der Humanistischen Union Baden-Württemberg

Regie&Buch: Ilona Ziok Kamera: Jacek Blawut Produktion: D, 2010 Länge: 97 min. Fassung: DVD

Die Vorführung findet wie angekündigt um 20:00 Uhr im HS 2006 statt!

Der berührende Film über den früheren hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer(1903-1968) zeigt einen für die deutsche Geschichte des letzten Jahrhundertsexemplarischen Lebensweg und erinnert an sein für die Nachkriegsgesellschaft außerordentlichbedeutsames Wirken.Fritz Bauer, schwäbisch-jüdischer Abstammung, studierte Jura und Theologie. Schon 1933 wurde er wegen seiner politischen Tätigkeit (u.a. als Mitbegründer des Republikanischen Richterbundes) verhaftet. Nach Jahrens des Exils in Skandinavien, wo er u.a. zusammen mit Willy Brandt die Zeitschrift "Sozialistische Tribüne" gründete und schon während des Krieges die spätere justizielle Verfolgung von Nazi- und Kriegsverbrechern einforderte, fand er erst 1949 wieder eine Anstellung als Landgerichtsdirektor und Staatsanwalt in Niedersachsen. 1953 wurde er Generalstaatsanwalt in Hessen. In einem Umfeld, in dem viele Schlüsselpositionen aus Justiz und Politik mit Funktionsträgern aus der NS-Zeit besetzt waren, stieß die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auf heftigen Widerstand. Durch zahlreiche Publikationen und Vorträgen hat Fritz Bauer in entscheidender Weise den wichtigen Themen und Aufgaben zum Durchbruch verholfen. Seine Hauptanliegen waren die Reform von Strafprozess und Strafvollzug und die Heranführung der Jugend an die Werte der Demokratie. Er kämpfte für die Rehabilitierung der Beteiligten des 20.07.1944 ebenso wie jener, die als Deserteure, Wehrdienstverweigerer usw. im Kleinen Widerstand geleistet hatten. Dabei ging er nicht nur von einem Recht, sondern von einer staatsbürgerlichen Pflicht zum Widerstand gegen staatliches Unrecht aus. Bauer ermöglichte die Ergreifung von Adolf Eichmann in Argentinien und damit den Eichmann-Prozess in Israel. Auf seine Initiative und seinen Einsatz kam es u.a. zu den Frankfurter Auschwitz-Prozessen 1963 und damit erstmals in der Bundesrepublik zu einer breiten Auseinandersetzung mit dem ungeheuerlichen Nazi-Unrecht. Fritz Bauer war Mitbegründer der Humanistischen Union, die seit 1968 den Fritz-Bauer-Preis für herausragende Verdienste um die Demokratisierung und Humanisierung der Rechtsordnung in der BRD verleiht. Einer der ersten Preisträger war Gustav Heinemann.

Mit einer Einführung von Dr. Udo Krauß (Humanistische Union Baden-Württemberg)

Text: HU Freiburg

Spieltermin:
Montag, 14.11.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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