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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Melancholia (1. Vorstellung)

Aufgrund der großen Nachfrage zeigen wir den Film zweimal

Regie&Buch: Lars von Trier Kamera: Manuel Alberto Claro Darsteller: Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Alexander Skarsgård, Kiefer Sutherland Produktion: DK, 2011 Länge: 130 min. Fassung: 35 mm, DF

Wenn Lars von Trier etwas macht, dann macht er es gründlich. In Melancholia lässt er gleich am Anfang die ganze Welt untergehen. In wahnsinnig ästhetischen Bildern, die an den Prolog von Antichrist erinnern aber sicher auch von Space Odyssey 2001 inspiriert sind, zeigt von Trier die Kollision der Erde mit dem Schicksalsplaneten Melancholia. Er nimmt dem Zuschauer somit direkt zu Beginn des Films jegliche Hoffnung auf ein gutes Ende. Gegliedert ist der Film in zwei Teile. Zu Beginn des ersten Teils sehen wir ein gutgelauntes Hochzeitspärchen. Die Braut Justine (KD), welcher der erste Teil gewidmet ist, amüsiert sich königlich darüber, daß die Stretchlimousine die engen Serpentinen zum Schloß, in dem die Hochzeitsfeier stattfindet, nicht hinaufkommt. So kommt das glückliche Paar viel zu spät zu seiner eigenen Feier, weswegen von Anfang an ein Schatten auf der Hochzeit liegt. Anfangs ist die Stimmung noch ausgelassen und alle amüsieren sich, doch je weiter der Abend voranschreitet, desto depressiver wird Justine und kann von ihrer Schwester Claire (CG) nur mühsam überredet werden, ihre eigene Hochzeitsfeier nicht in einem Eklat enden zu lassen. Der zweite Teil des Films ist Claire gewidmet, Justines Schwester, welche mit ihrem Mann zusammen das Hotel betreibt, in dem die Hochzeitsfeier stattgefunden hat. Der Zuschauer erfährt mehr über den mysteriösen Planeten Melancholia, der angeblich knapp an der Erde vorbeifliegen wird. Doch Claire traut dem Braten nicht. Je näher der Planet kommt, desto panischer wird sie. Justine dagegen blüht im Angesicht des drohenden Weltuntergangs regelrecht auf.

kino-zeit.de fragte nach der Vorführung in Cannes ganz euphorisch, was denn nach dem Ende der Welt noch kommen könne, außer der Goldenen Palme natürlich. Daß Lars von Trier diese die nicht gewonnen hat, war eventuell seinen vieldiskutierten Nazi-Äußerungen zu verdanken, mit denen Von Trier es – bewußt oder unbewußt – wieder einmal geschickt geschafft hatte, sich in den Mittelpunkt der Diskussion zu rücken. Alles in Allem ist Melancholia trotz des unausweichlichen Untergangs der Erde ein sehr viel positiverer Film als Antichrist. Der Regisseur selber hat sein Werk als „schönen Film über das Ende der Welt“ bezeichnet. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Text: Angelique Presse

Spieltermin:
Mittwoch, 11.01.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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