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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Im Weltraum gibt es keine Gefühle

Originaltitel: I rymden finns inga känslor

Mit einer thematischen Einführung von Cordula Thiemann

Regie: Andreas Öhman Buch: Andreas Öhman, Jonathan Sjöberg Kamera: Niklas Johansson Musik: Josef Tuulse Darsteller: Bill Skarsgård, Martin Wallström, Cecilia Forss, Sofie Hamilton Produktion: S, 2010 Länge: 86 min. Fassung: 35 mm, DF

Simon (BS) gehört zu den Menschen mit Asperger-Syndrom, einer leichteren Form des Autismus. Er befasst sich ungern mit Gefühlen anderer und flüchtet sich im Falle der Konfrontation damit in einen ausrangierten Ofen, der ihm in seiner Welt als Satellit dient. Damit stellt er sich vor, im Weltraum zu sein, wo Gefühle keine Bedeutung haben. Seine Eltern haben allerdings große Probleme mit seinem Rückzugsverhalten und lassen ihn bald bei seinem älteren Bruder Sam (MW) und dessen Freundin Frida (SH) wohnen. Sein Leben richtet er auch dort intensiv nach den eigenen Regeln aus, ganz egal wie andere darauf reagieren.

Eines Tages hat Frida nach etlichen Zusammenstößen mit Simons Verhalten genug und stellt Sam vor das Ultimatum: sie oder sein Bruder. Sam kann sich nicht gegen Simon entscheiden und Frida trennt sich von ihm. Für Simon ist diese radikale Veränderung in seinem Leben zu viel und er will Frida dazu bewegen, zurückzukommen, doch ohne Erfolg. Als einzige andere Möglichkeit, die gewohnten Verhältnisse wiederherzustellen, macht sich Simon nun auf, eine neue Freundin für seinen Bruder zu finden. Mit Fragebogen und viel Entschlossenheit bewaffnet fragt er ein Mädchen nach dem anderen ab, um irgendwann bei der etwas chaotischen Jennifer (CF) zu landen, die er dann mit Sam verkuppeln will. Doch mit der Gesamtsituation und Simons sehr eigener Art kann das nicht gut gehen.

Im Weltraum gibt es keine Gefühle wurde viermal (für Darsteller, Bester Film und Drehbuch) mit dem schwedischen Filmpreis Guldbagge ausgezeichnet und erhielt auch außerhalb von Schweden reichlich positive Kritik. So wurden die gegensätzlichen Charaktere von Simon und Jennifer gelobt, denn sie machen das Zusammenspiel zu einer besonders interessanten und amüsanten Angelegenheit. Regisseur Andreas Öhman verfilmte hier seine eigene Kurzgeschichte mit vergleichsweise geringem Budget, was man dem Film aber kaum anmerkt. Vom Stil her wurde er mehrmals mit Filmen von Wes Anderson verglichen und die Darstellung des Asperger-Syndroms in einer Komödie wurde als gelungen gewertet. So bringt der Film einen komplexen Sachverhalt auf unterhaltsame, humorvolle und selbstironische Art dem Zuschauer näher, was sich sicher nicht von jeder ambitionierten Filmproduktion behaupten lässt.

Eingeleitet wird der Abend durch Cordula Thiemann, die als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin im Autismus-Therapie-Zentrum Südbaden gGmbH tätig ist. Es gibt nach dem Film außerdem die Möglichkeit für Fragen und Diskussion.

Text: Natalie Kurz

Spieltermin:
Dienstag, 26.06.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Right Person, Wrong Planet
Autismus im Film
 Dienstag  26.06.2012  20:00 Uhr  DF  Im Weltraum gibt es keine Gefühle
 Dienstag  03.07.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Snow Cake
 Dienstag  10.07.2012  20:00 Uhr  Dt. OV  Wrong Planet
 Dienstag  17.07.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Mary & Max oder Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?
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