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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Snow Cake

Regie: Marc Evans Buch: Angela Pell Kamera: Steve Cosens Musik: Broken Social Scene Darsteller: Alan Rickman, Sigourney Weaver, Carrie-Anne Moss, Emily Hampshire, James Allodi Produktion: GB/CAN, 2005 Länge: 112 min. Fassung: 35 mm, En. OmU

Der in Kanada lebende Engländer Alex Hughes (AR) strandet im Städtchen Wawa nahe der Großen Seen. Ausgerechnet ein Unfall verschlägt ihn dorthin: Kurz zuvor hatte er die junge Vivienne (EH) aufgegabelt, die per Anhalter unterwegs war. Wawa war ihr Ziel, denn dort lebt ihre Mutter. Doch ganz in der Nähe des Ortes wird der Fahrt ein jähes Ende gesetzt – ein Lastwagen prallt mit Alex’ Wagen zusammen und verursacht so Viviennes plötzlichen Tod. Dies trifft Alex tief. Da er von Viviennes Mutter weiß, sucht er sie persönlich auf, um ihr die Nachricht beizubringen. Doch Linda (SW) reagiert ganz anders als erwartet.

Alex stellt sehr bald fest, warum. Linda ist autistisch und hat ihre ganz eigene Sicht der Dinge. Aus ihrer unterschiedlichen Wahrnehmung werden Gefühle und Verhaltensweisen, die Alex zunächst nicht fassen kann. Mit dem Tod ihrer Tochter tritt eine Veränderung in ihr Leben, mit der sie nicht einfach umgehen kann. Ihr Alltag wird dadurch aus dem so wichtigen Rhythmus gebracht und deshalb fragt sie Alex, ob er sie nicht an Stelle von Vivienne unterstützen könne. Genau das tut er dann und lernt ihr Leben und ihren besonderen Charakter besser kennen. Dabei bleibt es jedoch nicht, denn Alex interessiert sich bald in anderer Art für Lindas Nachbarin Maggie (CAM). Außerdem gibt es da noch etwas aus Alex’ Geschichte, das der örtliche Polizist Clyde (JA) nur zu gern aufdecken möchte…

Vielleicht ist es gerade die Unaufgeregtheit, die Snow Cake als Drama besonders macht. Nicht zuletzt durch Sigourney Weavers vielschichtige und treffende Darstellung der Autistin Linda schafft es der Film in einer Art „Kammerspiel“ die Welten von zwei grundverschiedenen Menschen zu vereinen und zu überzeugen. Die Drehbuchautorin Angela Pell hat selber einen autistischen Sohn und ließ sich bei einigen von Lindas Eigenarten durch ihn inspirieren. Die Feinheiten im Spiel der Darsteller wurden besonders gelobt und dementsprechend waren sie für einige Auszeichnungen nominiert (u.a. bei den kanadischen Genie Awards und auf der Berlinale). Marc Evans ist mit Snow Cake ein einfühlsames Portrait einer Autistin und ihres sozialen Umfelds gelungen, aber auch das einer Frau, die trotz oder gerade wegen ihrer Andersartigkeit eine Bereicherung in ihrer Gegenwart und Sichtweise darstellt. Denn ihr Autismus ist nicht nur eine Störung, sondern auch ihre Gabe.

Text: Natalie Kurz

Spieltermin:
Dienstag, 03.07.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Right Person, Wrong Planet
Autismus im Film
 Dienstag  26.06.2012  20:00 Uhr  DF  Im Weltraum gibt es keine Gefühle
 Dienstag  03.07.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Snow Cake
 Dienstag  10.07.2012  20:00 Uhr  Dt. OV  Wrong Planet
 Dienstag  17.07.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Mary & Max oder Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?
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