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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Tabu - Eine Geschichte von Liebe und Schuld

Originaltitel: Tabu

Regie: Miguel Gomes Buch: Miguel Gomes, Mariana Ricardo Kamera: Rui Poças Darsteller: eresa Madruga, Laura Soveral, Ana Moreira, Henrique Espírito Santo, Carloto Cotta Produktion: P/D/BR/FR, 2012 Länge: 111 min. Fassung: 35 mm, Port. OmU

Das ist DandyAlfred-Bauer-Spezialpreis (Silberner Bär) für neue Perspektiven der Filmkunst

Lissabon in der Gegenwart: Die störrische Portugiesin Aurora (LS) verbringt den Lebensabend damit, ihr Erspartes, und so Manches darüber hinaus, in unterklassigen Casinos zu verjubeln und ihrer kapverdischen Haushälterin Santa das Leben schwer zu machen. In der benachbarten Wohnung lebt die gutmütige Pilar (TM), die Aurora unterstützt, wo es nur geht, aber nur wenig Dank dafür erntet. Als Aurora das Zeitliche segnet, findet Pilar in den Hinterlassenschaften einen Brief an Auroras Jugendliebe. Sie macht sich auf die Suche nach dem Adressaten und damit beginnt der zweite Teil des Films, der formal streng vom ersten Teil getrennt ist: eine Rückblende auf Auroras bewegtes Leben. Der Zuschauer wird mitgenommen auf eine Reise, die in das koloniale Afrika der 50er-Jahre führt, wo die junge Aurora (AM) mit ihrem Ehemann auf einer Teeplantage lebt. Um die Einsamkeit seiner Frau aufgrund ständiger Geschäftsreisen zu lindern, bringt er ihr Geschenke mit, z.B. ein Krokodil namens Dandy. Dennoch stürzt sich Aurora in eine abenteuerliche und folgenreiche Affäre mit einem Musiker, dem besagten Briefempfänger...

Tabu ist wahre Filmkunst! Und nicht ohne Grund im Titel an Murnaus Stumfilmklassiker aus dem Jahr 1931 angelehnt. Gedreht in Schwarzweiß und im alten Stummfilmformat könnte auch dieser Film einer sein, wäre da beispielsweise nicht der Erzähler aus dem Off, der den zweiten Teil wie einen Abenteuerroman begleitet. Sanft und voller Reverenzen an die Filmgeschichte erzählt Tabu mit Augenzwinkern eine exzentrische Lebensgeschichte - und belässt es bei einem halb-offenen Ende. Regisseur Miguel Gomes bekam in Berlin einen Silbernen Bären, nämlich den Alfred-Bauer-Spezialpreis, der an Spielfilme vergeben wird, die neue Perspektiven der Filmkunst eröffnen. Ein Urteil, dem der Film zu 100% gerecht wird, hebt sich Tabu doch formal und in seiner Erzählstruktur von fast allem ab, was das moderne, kommerzielle Kino und die damit verbundenen Sehgewohnheiten sonst zu bieten haben. „Eine Hommage an die Zwischenzustände des Kinos“ (taz) - unbedingt zu empfehlen!

Text: Johannes Litschel

Spieltermin:
Dienstag, 09.07.2013 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Das Rennen um den Goldenen Bären
Best of Berlinale-Wettbewerb 2012
 Dienstag  23.04.2013  20:00 Uhr  Dt. OV  Was bleibt
 Dienstag  02.07.2013  20:00 Uhr  It. OmU  Cäsar muss sterben
 Dienstag  09.07.2013  20:00 Uhr  Port. OmU  Tabu - Eine Geschichte von Liebe und Schuld
 Dienstag  16.07.2013  20:00 Uhr  Fr. OmU  Winterdieb
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