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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Der Dritte Mann

Originaltitel: The Third Man

Regie: Carol Reed Buch: Graham Greene, Carol Reed Kamera: Robert Krasker Musik: Anton Karas Darsteller: Joseph Cotten, Orson Welles, Alida Valli, Erich Ponto, Ernst Deutsch, Hedwig Bleibtreu Produktion: GB, 1949 Länge: 104 min. Fassung: BluRay, En. OmU

Die Aussicht auf Arbeit durch seinen Jugendfreund Harry Lime (OW) verschlägt den mittelmäßigen amerikanischen Autor Holly Martins (JC) ins aufgeteilte Wien der Nachkriegsjahre. Frisch angelangt muss er feststellen, dass dieser offenbar wenig zuvor einem Mord zum Opfer fiel. Am Tatort geht er den Spuren nach – spricht mit Inspektor, Freunden, Nachbarn. Die Gesprächsfetzen ergeben ein anderes Bild vom Geschehen: ein Dritter außer den beiden sofort helfenden Freunden, Dr. Winkel (EP – hierzulande vor allem bekannt aus Die Feuerzangenbowle) und Kurtz (ED), sei am Tatort gewesen. Wirklich? Martins muss mit seinen Nachforschungen immer tiefer das Bild vom guten Freund und dem zivilisierten Bürgertum in den rauen Nachkriegsjahren untergraben – das bringt ihn nicht nur in Gegensatz zu Harrys treuen und attraktiven Geliebten Anna (AV).

"Der dritte Mann wurde nicht geschrieben, um gelesen, sondern um gesehen zu werden" verkündet der britische Schriftsteller Graham Greene im Vorwort zu seinem Roman, welcher – bei Drehplanung bloß ein erster Absatz auf einem Briefumschlag – seinem Freund Carol Reed als Vorlage zu diesem großen Filmklassiker diente. Verpackt in eine gut gebaute Kriminalgeschichte verfolgt er die Zustände in den Nachkriegshauptstädten wie Wien – buchstäblich bis ganz hinunter in die Kanalisation. Berühmt wurde nicht nur die Zither-Filmmusik von Anton Karas – auch wird jedem, der noch heute am Riesenrad im Wiener Prater steht, die viel sagende "Cuckoo Clock Speech" Orson Welles' in Erinnerung gerufen. Übrigens: Wer glaubt, in Annas fortwährend protestierenden Hauswirtin Monica Bleibtreu zu erblicken, sieht ihre ebenfalls nicht erfolglose Großtante Hedwig in einem ihrer wenigen Filmauftritte.

Text: Antje Lossin

Spieltermin:
Mittwoch, 05.02.2014 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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