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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

All Is Lost

Regie&Buch: J. C. Chandor Kamera: Frank G. DeMarco, Peter Zuccarini Musik: Alex Ebert Darsteller: Robert Redford Produktion: USA, 2013 Länge: 106 min. Fassung: DCP, En. OV

"Eine Meditation auf die Todesangst" nennt critic.de dieses Kammerspiel auf hoher See. Was genau "Our Man", den namenlosen Skipper (RR), dazu treibt, über den Indischen Ozean segeln, bleibt uns verborgen, denn es spielt keine Rolle: Alleine bietet er den Naturgewalten die Stirn – und zieht unweigerlich den Kürzeren. Als sein Boot des Nachts einen Frachtcontainer rammt, gelingt es ihm zwar, das Leck behelfsmäßig zu flicken. Das eingedrungene Wasser hat jedoch sein Funkgerät zerstört, und dem bald darauf aufziehenden Sturm kann seine notdürftige Konstruktion nicht standhalten. Schiffbrüchig, nur mit dem Nötigsten ausgestattet und ignoriert von vorbeidampfenden Megafrachtern, wird er zum Spielball der Elemente und kämpft um seine nackte Existenz.

"All Is Lost" ist mehr als nur die neueste Spielart des Motivs "Mensch gegen Natur". Auch die wohlfeile Kapitalismuskritik, symbolisiert durch den verhängnisvollen Container und die seelenlosen Supertanker, gibt nicht den Ausschlag. Die Tatsache, dass J. C. Chandors zweite große Regiearbeit mit nur einem einzigen Schauspieler und nahezu ohne Text auskommt, verleiht dem Film eine selten dagewesene Intensität. So groß die Selbstsicherheit, die der Skipper zu Beginn noch verkörpert, so sehr spürt der Zuschauer seine Beklemmung und wachsende Verzweiflung angesichts völliger Verlorenheit in der endlosen Weite des Wassers. Seine schlussendliche Resignation ist so unausweichlich wie tragisch. "All Is Lost", und es tue ihm leid, schreibt er in seinem Abschiedsbrief.

Text: Florian Schoop

Spieltermin:
Donnerstag, 15.05.2014 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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