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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Das merkwürdige Kätzchen

Regie&Buch: Ramon Zürcher Kamera: Alexander Haßkerl Musik: Thee More Shallows Darsteller: Jenny Schily, Anjorka Strechel, Mia Kasalo, Luk Pfaff, Sabine Werner Produktion: D, 2013 Länge: 72 min. Fassung: DCP, Dt. OV

Die Geschwister Simon und Karin sind eines schönen Nachmittages bei ihren Eltern und der jüngeren Schwester zu Besuch. Bis zum Abendessen entwickelt sich allerhand Alltagseinerlei: Gespräche, Kochvorbereitungen, neue Hemden anprobieren. Weitere Verwandte stoßen hinzu und durch die Szenerien streichen Hund und Kätzchen, die so zu einem festen Bestandteil der Familie werden.

War's das schon? Ja und nein. Das merkwürdige Kätzchen ist nämlich ein hochinteressantes filmisches Experiment, das einen Familienkosmos aus ungewöhnlicher Perspektive beschreibt. Regisseur Ramon Zürcher beobachtet in seinem Debütfilm lediglich das Alltägliche, bedient sich dabei aber besonderer Stilmittel: merkwürdige Geräusche, merkwürdige Dialoge, merkwürdige Kamerafahrten. Eine Komposition aus Merkwürdigkeiten, die uns dennoch allen bekannt sind, weil so alltäglich. Mit lakonischem Grundton, Andeutungen und Aussparungen charakterisiert der Film die Beziehungen in der Familie präzise. Und das ist die Meisterleistung, die Zürcher hier vollbringt: Er erzählt eine Familiengeschichte ohne konkret was zu erzählen. Dank der Erzählweise gegen jegliche Konventionen ist der Film weniger spröde-naturalistisch als vielmehr experimentell. Der ruhige Humor erinnert bisweilen an Jacques Tati, die Leere zwischen den Familienmitgliedern verleiht dem Film gleichzeitig etwas Tragisches. So, wie es eben ist. Ein Gruppenbild mit Katze.

Text: Johannes Litschel

Spieltermin:
Mittwoch, 23.07.2014 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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