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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

We Steal Secrets – The Story of WikiLeaks

Regie&Buch: Alex Gibney Kamera: Maryse Alberti Musik: Will Bates Darsteller: Julian Assange, Adrian Lamo, Chelsea Manning Produktion: USA, 2013 Länge: 130 min. Fassung: DCP, DF

Wissen ist Macht! Eine handvoll idealistischer Hacker mit 500-Dollar-Laptops fordert ab 2006 offenes Regierungshandeln ein und mächtige Weltpolitiker heraus. Alex Gibney seziert in seinem anregend gestalteten, psychologisch facettenreichen Dokumentarfilm We steal secrets mit neutralem Blick die Aufsehen erregendsten Veröffentlichungen der Enthüllungsplattform WikiLeaks.

WE - das sind Julian Assange und eine kleine Gruppe, darunter Daniel Domscheit-Berg sowie Adrian Lamo, zu dem der damals im Irak stationierte, zwischen örtlicher Realität und propagandistischem Anspruch seiner Heimat verwirrte Bradley (heute Chelsea) Manning Kontakt aufnimmt.
WE - das sind wir, die sich als Weltöffentlichkeit für das Handeln ihrer Regierungen zu interessieren haben. Denn diese greifen quod erat demonstrandum nach dem Prinzip "Fangt den Boten der schlechten Nachricht" mit Terrorismus-Stempel und Kontosperrungen noch nach ihren fallenden Masken.

Doch auch der moralische Anspruch des Möchtegern-Jedi Assange wird gemäß Augustinus' "Vipernbiss der Imitatio" augenblicklich von jenem Widerspruch vergiftet, gegen den er anzukämpfen gedachte. Auch er scheint den Allmachtsphantasien erlegen, hängt sich das Schutzschild WikiLeaks um und ruft "Wer gegen mich ist, ist gegen das Projekt". Doch WikiLeaks ist nicht Assange ist nicht Manning. Auch die beiden Schwedinnen kommen zu Wort und spätestens hier erkennen wir die Grenzwertigkeiten des weißhaarigen Australiers. Und als We steal secrets dann im Sommer 2013 in die Kinos kam, machte just in diesem Moment Edward Snowden die Welt auf den umgekehrten Fall aufmerksam - der unbedingte informationelle Schutzanspruch eines jeden Bürgers gegen staatliche Zugriffe. Snowden wandte sich jedoch nicht an die Hackergruppe, sondern klassischerweise an die "vierte Gewalt" des vergleichsweise kleinen Guardian.

Text: Antje Lossin

Spieltermin:
Dienstag, 22.07.2014 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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