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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Mulholland Drive

Regie&Buch: David Lynch Kamera: Peter Deming Musik: Angelo Badalamenti Darsteller: Naomi Watts, Laura Elena Haring, Ann Miller, Justin Theroux, Lafayette Montgomery Produktion: USA/ F, 2001 Länge: 147 min. Fassung: BluRay, En. OmU

David Lynchs ("Der Elefantenmensch", "Blue Velvet") surrealer, fesselnder, halluzinogener Trip startet makaber genug: Nach einem mysteriösen Autounfall stolpert eine verwirrte brünette Frau (LEH) in das Leben der Betty Elms (NW), einer Möchtegern-Schauspielerin, die gerade aus Ontario nach Hollywood gereist ist. Ihre Erinnerung hat die geheimnisvolle Brünette verloren, und so versucht sie verzweifelt, ihre Identität wieder zu entdecken. Doch während das Schicksal die beiden Frauen immer mehr zusammenschweißt, scheint die Wahrheit, die sie finden, nicht von dieser Welt zu sein: Dem eitlen Jung-Regisseur Adam Kesher (JT) zwingen sonderbare, extrem bedrohliche Mafiabosse durch ihren „Cowboy“ (LM) die Besetzung der Hauptrolle in seinem Film auf. Hinter einer Mauer wartet der wahre Schrecken. Warum ist der junge Mann im Coffee-Shop zu Tode geängstigt? Was hat die Kellnerin Diane mit allem zu tun? Und wer ist die tote Frau in ihrer verlassenen Wohnung?

Regisseur David Lynch ist längst vom Boden aller konventioneller, einsträngiger Erzählerstrategien abgehoben zugunsten eines wirren, chaotischen Mosaiks schockierender Szenen. Wohl niemand hat sich das Klischee der „Traumfabrik Hollywood“ mehr zu Herzen genommen als Lynch, der in ästhetisch-erotischen Bildern diesen nervenaufreibenden, fieberhaften, hypnotischen Alptraum beschreibt. Der Film spielt, ja jongliert mit Musik, Kameraeinstellungen, Schauspielerinszenierungen. Ein Feuerwerk an fantastischen Einfällen, das den Be-trachter unweigerlich in seinen Bann zieht und nicht mehr los lässt, denn Antworten auf die Rätsel gibt Lynch wohl-weislich nicht. Mulhol-land Drive ist ein wun-derschöner und aufreizender Thriller, düster, neo-noir und sehr bizarr, ein Rätsel, dessen Botschaft so einfach wie unverständlich ist, ganz nach David Lynch: Der eigentliche Film spielt im Kopf.

Text: Alexander Sancho-Rauschel

Spieltermin:
Mittwoch, 28.01.2015 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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