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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Persona

Regie&Buch: Ingmar Bergman Kamera: Sven Nykvist Musik: M: Lars Johan Werle Darsteller: Bibi Andersson, Liv Ullmann,Gunnar Björnstrand, Margareta Krook, Jörgen Lindström Produktion: Schweden, 1966 Länge: 84 min. Fassung: 35mm, DF, s/w

Persona (griechisch für „Maske“) ist der vielleicht persönlichste Film Ingmar Bergman. Er drehte ihn nach einem Krankenhausaufenthalt, bei dem er zeitweilig sogar in Lebensgefahr schwebte.

Die Handlung ist schnell erzählt: Eine junge Krankenschwester (BA) übernimmt die Pflege der bekannten Schauspielerin Elisabeth Vogler
(LU), die zwar nicht psychisch krank ist, aber beschlossen hat, nicht mehr zu sprechen, und deswegen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Bald werden die zwei von der behandelnden Ärztin auf deren Landsitz geschickt. Dort entwickelt sich zwischen den beiden Frauen ein symbiotisches Verhältnis; sie geraten in eine Art gegenseitige Abhängigkeit, bis ihre beiden Persönlichkeiten schließlich ineinander zu verschwimmen, sich ineinander aufzulösen scheinen. Der Film, faszinierend fotografiert von Sven Nykvist, ist ein Film aus „Totalen und Nahaufnahmen“ (Ingmar Bergman über Persona). Obwohl fast der ganze Film nur zwei Personen zeigt, von denen auch nur eine spricht und die andere schweigt, lässt die Spannung niemals nach. Immer tiefer dringt der Zuschauer in die Beziehung der zwei Frauen ein, bis sie als „spiegelbildliche Varianten eines verstörten Bewußtseins, das an existentieller Sinnlosigkeit verzweifelt“ erscheinen (Lexikon des internationalen Films) - schließlich verschmelzen die Gesichter der beiden auf der Leinwand zu einer einzigen Identität. Darüber hinaus reflektiert Bergman innerhalb des Films über das Medium Film selbst: Eingerahmt wird der Film von Sequenzen mit undeutlichen Bildern und Geräuschen aus einem Filmstudio; mitten im Film (als in der Beziehung zwischen den beiden Frauen zum ersten Mal ein einschneidender Konflikt auftritt), sieht man das Filmmaterial „reißen“, wir befinden uns wieder im Studio, – und kurz danach geht die Handlung weiter. Der Film wird so zum „Metafilm“.

Lange vor einem David Lynch hat Bergman die existentiellen Bedingungen des Menschseins einerseits und des Kinos andererseits in einem der komplexesten Filme der Filmgeschichte ausgelotet. Anders als etwa Letztes Jahr in Marienbad von Alain Resnais bleibt Persona jedoch immer sehr konkret, seine Magie liegt in seinen Bildern und nicht in etwaigen verbalen philosophischen Ergüssen, er wird an keiner Stelle manieriert. Persona, Bergmans intensivster Film, bleibt bis heute als eines der großen Meisterwerke des Kinos bestehen.

Text: PD

Spieltermin:
Donnerstag, 06.02.2003 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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