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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Willkommen bei den Hartmanns

Regie&Buch: Simon Verhoeven Kamera: Jo Heim Musik Musik: Garry Go Darsteller: Eric Kabongo, Senta Berger, Heiner Lauterbach, Elyas M’Barek, Palina Rojinski, Florian David Fitz, Uwe Ochsenknecht, Ulrike Kriener Produktion: D, 2016 Länge: 116 min. Fassung: DCP, Dt. OV

Die Familie Hartmann kann unterschiedlicher und verrückter kaum sein. Angelika (SB) ist eine pensionierte Lehrerin, ihr Mann Richard (HL) immer noch Arzt, deren Tochter Sofie (PR) Dauerstudentin für Psychologie und Sohn Philipp (FDF) in Scheidung lebend, erfolgreicher Wirtschaftsanwalt und Vater eines 12-jährigen Sohns. Senior Richard hat Probleme mit dem Altern, da er sich vehement weigert, in den Ruhestand zu gehen. Angelika wird von ihrem Mann, der sich regelmäßig von seinem Freund und Beauty-Doc Sascha (UO) Falten wegspritzen lässt, und ihren Kindern wegen ihres Gutmenschentums kritisiert. Und als gäbe es nicht schon genug Probleme in der so zerstrittenen Familie, entschließt sich Angelika eines Tages nach einem Besuch in Familienmitglieder einen Flüchtling in der Familie aufzunehmen. Zunächst stößt sie auf sehr viel Unmut und Abneigung, was sich jedoch spätestens bei der Ankunft des Flüchtlings Diallo (EK) ändern sollte. Ein Film zur rechten Zeit am rechten Ort! Ein Film, der den Nerv der Zeit in Deutschland trifft wie die Faust aufs Auge. Mit Willkommen bei den Hartmanns hat Simon Verhoeven einen Film gemacht, der die aktuelle Flüchtlingsthematik in Deutschland mit einem lachenden, aber auch weinenden Auge perfekt wiedergibt und tief in die Seele von Flüchtlingsgegnern und -befürwortern blicken lässt. Er zeigt zudem, wie schwierig es ist, sich heutzutage mit dieser elendigen und scheinbar nie endenden Debatte auseinanderzusetzen. Das gute an diesem Film, der im Jahr 2016 der erfolgreichste deutsche Film war und mit dem Deutschen und Bayrischen Filmpreis, sowie der Goldenen Leinwand und dem Friedenspreis des Deutschen Films ausgezeichnet wurde, ist, dass die meisten Gags von der eigentlich leidtragenden Figur, nämlich dem Flüchtling selbst, wunderbar gespielt von Eric Kabongo, kommen. Gerade dieses Element, aber auch die sehr klugen und witzigen Dialoge sowie ein brilliant besetzter Cast machen diesen Streifen sehr abwechslungsreich und sehenswert. Gerade aufgrund der Thematik ist dieser durchaus diskussionswürdige Film aktueller denn je und definitiv einen Besuch wert. Wer sich also noch einmal mit der„Never Ending Refugees Story“ befassen, ein wenig Aufklärung darüber erhalten und trotzdem Spaß dabei haben möchte, sollte sich diesen wirklich sehr gelungenen und großartigen Film im aka auf keinen Fall entgehen lassen.

Text: Philipp Findling

Spieltermin:
Donnerstag, 19.10.2017 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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