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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Dunkirk

Regie&Buch: Christopher Nolan Kamera: Hoyte van Hoytema Musik: Hans Zimmer Darsteller: Fionn Whitehead, Tom Hardy, Cillian Murphy, Kenneth Branagh, Mark Rylance Produktion: GB/USA/F/NL, 2017 Länge: 107 min. Fassung: DCP, En. OmU

Kriegsfilme stehen oft im Verdacht, ihr Subjekt zu glorifizieren. Heldenhafte Männer im Kampf auf Leben und Tod, bereit, ihre Existenz für ein höheres Gut zu geben – diese Narrative finden sich beabsichtigt oder unbeabsichtigt bis heute in vielen Vertretern des Genres. Auch Filme, die eine klar kritische Perspektive einnehmen, können solche Topoi oftmals nicht ganz umgehen. Gerade ein Film über den Zweiten Weltkrieg kann leicht in den Verdacht geraten, den Krieg als solchen zu heroisieren. Christopher Nolan begegnet dieser Gefahr, indem er die Evakuierung der alliierten Streitkräfte aus Dünkirchen in Belgien aus der Perspektive verschiedener Soldaten und Zivilisten erzählt. In mehreren kunstvoll miteinander verwobenen Zeitebenen betrachtet er nicht die Militäraktion als solche, sondern die Wahrnehmung der Individuen. Seine Soldaten sind keine Helden, sondern Gejagte auf der Flucht, verängstigt von einer weitgehend unsichtbaren, aber tödlichen Gefahr der deutschen Armee, die jeden Moment über sie hereinbrechen kann. Seine Protagonisten kämpfen nicht um Ruhm und Ehre, sondern versuchen, auf irgendeine Weise ihr Leben zu retten. Und der Krieg ist nicht fair: Manche betrügen und überleben, andere helfen und sterben. Dennoch kann man jeden der Soldaten verstehen: Für einen Soldaten, erzählt uns Nolan, zählt nicht Sieg, Ruhm und Ehre, sondern der einfache Wunsch, nicht zu sterben.

Text: Sebastian Petznick

Spieltermin:
Dienstag, 08.05.2018 20:00 Uhr, Hörsaal 2006
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(als .ics-Datei)

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