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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Central Station

Originaltitel: Central do Brasil

Regie: Walter Salles Buch: Joao Emanuel Carneiro, Marcos Bernstein Kamera: Walter Carvalho Musik: Antonio Pinto, Jaques Morellembaum Darsteller: Fernanda Montenegro, Vin?cius de Oliveira, Mar?lia Pêra, Soia Lira, Othon Bastos Produktion: Brasilien / Frankreich, 1998 Länge: 99 min. Fassung: 35mm

Die ehemalige Lehrerin Dora (FM) verdient sich ihren Lebensunterhalt
damit, dass sie am Hauptbahnhof von Rio (?Central Station?) Briefe für
Analphabeten schreibt. Im Lauf der Zeit hat sie eine stoische
Gleichgültigkeit gegenüber ihren Kunden entwickelt: abends liest sie
zusammen mit ihrer Nachbarin Irene (MP) die Briefe und entscheidet

dann mehr oder weniger willkürlich, ob ein Brief abgeschickt wird oder
in ihrer Schublade verstaubt.
Als jedoch Ana (SL), eine ihrer Kundinnen, ums Leben kommt, nimmt sie
sich - widerwillig - deren Sohn Josué (VdE) an. Bald bettelt Josué sie
an, ihn zu seinem Vater zu bringen, der weit entfernt lebt. Und obwohl
ihr der Junge eigentlich nur lästig ist und sie zunächst gar nicht
daran denkt zu fahren, lässt sich Dora schließlich überreden. Von da
an beginnt für die beiden eine abenteuerliche Odyssee durch
Brasilien. Für die kalte Dora wird die Suche des Jungen nach seinem
Vater zu einer Suche nach ihrer eigenen Identität.
In Central Station wird ein typisches Moment vieler Roadmovies
besonders deutlich: Analog zur äusseren Reise - zu Josués Vater -
findet eine ?innere Reise? statt - der Weg Doras zu sich selbst. Und
diese Reise ist nicht unbedingt leichter als die beschwerliche Reise
zu Josués Vater.
Central Station ist vor allem großes Schauspielerkino: Wie Dora es
vorsichtig zulässt, dass ihre Gefühle für Josué ihr starres
Lebenskonzept aufweichen, stellt Fernanda Montenegro, Brasiliens Film-
und Theaterlegende, mit einer kraftvollen Zärtlichkeit dar, die
ihresgleichen sucht. Ihr trauriges Gesicht erzählt in jeder
Großaufnahme mehr über die Einsamkeit dieser Frau, als es hundert
Seiten Dialog könnten.

Spieltermin:
Donnerstag, 03.05.2001 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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