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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Der schnellste Bus nach Conakry

Originaltitel: TGV-Express

Regie&Buch: Moussa Touré Kamera: Alain Choquardt Musik: Wasis Diop Darsteller: Makéna Diop, Al Hamdou Traoré, Bernard Giraudeau Produktion: Senegal/Frankreich, 1997 Länge: 90 min. Fassung: 35mm, OmU

TGV-Express - so heisst nicht nur der Schnellzug aus Frankreich,
sondern auch der klapprige gelbe Bus, mit dem Rambo (MD) seine
Fahrgäste über Afrikas unwegsame Straßen kutschiert. Diesmal soll die
Fahrt von Dakar im Senegal nach Conakry in Guinea gehen. Doch die
Sache hat einen Haken: der Stamm der Bijago rebelliert an der Grenze -

der Weg führt also durch Kriegsgebiet. Der TGV fährt trotzdem los, auf
eine Busfahrt wie keine zweite. Naturgewalten, politische Wirren,
streikende Technik und immer wieder werden sonderliche TramperInnen
aufgelesen. Aber man weiß sich weiterzuhelfen in Senegal. Tieropfer
und Ritualbenutzung leicht lächerlicher weißer ForscherInnen sind nur
zwei der vielen Mittel, um den TGV auf der Straße zu halten. Doch als
die Situation auf einmal brenzlig wird, taucht der Verdacht auf, dass
ein Verräter von den Bijago unter den Reisenden ist ...
In diesem Roadmovie führt das Unterwegssein weniger zu einem Gefühl
von Freiheit als vielmehr von Eingeschlossenheit. Ständig müssen die
Reisenden vor den Rebellen auf der Hut sein, und alle sitzen sie
zusammen ?im selben Boot?, ohne sich aus dem Weg gehen zu können. Doch
gerade die aus dieser Enge entstehenden Konflikte, bei denen die
Figuren nicht umhin können, mit Ungewohntem konfrontiert zu werden,
machen die Dynamik und den Reiz dieses Films aus.
Gruppendynamische Spiele im Bus konnte man auch in Speed bewundern -
doch ist die afrikanische Version von Regisseur Moussa Touré trotz
eindeutig minderwertigem Gefährt ungleich witziger und
abwechslungsreicher. Er präsentiert ein buntes Bild der afrikanischen
Gesellschaft zwischen Tradition und Hightech, zwischen Ehrlichkeit und
Korruption. Die Busfahrt durch feindliches Gebiet wird zu einem
Sinnbild für den steinigen Weg Afrikas, ein international ebenbürtiger
Kontinent zu werden.

Spieltermin:
Donnerstag, 10.05.2001 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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