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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Sonnenalllee

Originaltitel: Sonnenallee

Regie: Leander Haußmann Buch: Leander Haußmann und Detlev Buck, nach einem Roman von Thomas Brussig Kamera: Peter-J. Krause Musik: Stephen Keusch, Paul Lemp, Einstürzende Neubauten, Puhdys Darsteller: Alexander Scheer, Alexander Beyer, Teresa Weißbach, Katharine Thalbach, Detlev Buck, Henry Hübchen, Ignaz Kirchner Produktion: D, 1999 Länge: 94 min. Fassung: 35mm, DF

Micha (AS) erlebt seine Jugend in der DDR der 70er Jahre, und zwar in der Sonnenallee: einer Straße, die mit einem Stummel auf der Ostseite der Mauer liegt und mit dem Rest auf der Westseite. Er wohnt also direkt am Todesstreifen: Der Westen ist zum Greifen nah und doch so fern – sieht man einmal von den BRD-Bürgern ab, die von selbstgebauten Aussichtsplattformen aus die Exotik des Ostblocks begaffen. Aber so richtig nach dem Westen sehnen sich Micha und seine Freunde nicht (von der Musik mal abgesehen). Micha träumt lieber von der Klassenschönheit Miriam (TW) von gegenüber, für die er einen „selbstkritischen Beitrag bei der nächsten FDJ-Versammlung“ sowie sämtliche Tagebücher seines Lebens verfasst (und das im Schnelldurchgang) – ansonsten versuchen seine Freunde und er soviel Spaß wie möglich zu haben, ohne sich dabei vom ABV (DB) erwischen zu lassen.

Eine politisch korrekte Auseinandersetzung mit der DDR darf man von Sonnenallee nicht erwarten, originelles und unterhaltsames Kino mit Ostalgiewert dagegen schon. Als grandiose Parodie auf die DDR zieht Sonnenallee alle Register und spielt die gängigen Klischees wunderbar durch. Vom MuFuTi und der typischen Ostfamilie, über den westdeutschen Klassenfeind, DDR-gläubige Staatsbeamte und den „bei-uns-ist-alles-besser“ Onkel aus dem Westen, der für einen Freund der DDR gehalten wird, weil er so oft seine Verwandten besucht – bis hin zum letzten Detail ist Sonnenallee eine einzige Karikatur der DDR, und zwar eine ganz wunderbare, bunte und lebendige: Diesen Film sollte man unbedingt gesehen haben und wer ihn kennt, der sollte ihn nochmal anschauen, und nochmal und nochmal...

Spieltermin:
Donnerstag, 16.10.2003 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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