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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

City of God

Regie: Fernando Meirelles Buch: Bráulio Mantovani nach dem gleichnamigen Roman von Paulo Lins Kamera: César Charlone Musik: Antonio Pinto, Ed Cortes Darsteller: Alexandre Rodrigues, Leandro Firmino da Hora, Matheus Nachtergaele, Philippe Haagensen, Douglas Silva, Daniel Zettel, Seu Jorge, Renato de Souza, Alice Braga Produktion: Brasilien/USA/F, 2002 Länge: 128 min. Fassung: 35mm, DF

"Fang das Huhn!" – Wenn Du es nicht schaffst, droht Dir der Tod, einfach so, die Waffe sitzt locker bei den Mitgliedern der Straßengangs. Immerhin ist das Huhn Teil des Festmahls, das sie vor der großen Schlacht stärken soll. Fang es also, und gib acht, dass Du nicht unversehens zwischen die Linien gerätst. Denn das könnte Dein Ende sein – oder der Beginn Deiner Karriere.

Ende der 60er Jahre: Die Ciudade de Deus (Stadt Gottes), eine Favela in Rio, wurde aus dem Boden gestampft, um der schnell wachsenden armen Bevölkerung wenigstens ein Dach über dem Kopf zu geben. Hier wächst der kleine Buscapé (LO) auf, mit dessen Augen wir den Abstieg des Vorstadt-Slums zur gefährlichsten Gegend Rios verfolgen: Der Knirps Dadinho (DS) verehrt seinen großen Bruder, den Kleingangster Cabeleira (JH) und erweist sich, als er bei einem Raubzug beteiligt wird, als skrupellos und blutgierig. Die Bande wird verraten, doch Dadinho alias Löckchen kommt davon.

Um 1980 hat er bereits den Großteil des örtlichen Drogenhandels unter Kontrolle, aus dem Jungen Löckchen ist Locke, Zé Pequeno (LFdH) geworden. Unter dem mäßigenden Einfluss seines Freundes Bené (PH) arrangiert sich die Bande mit dem Konkurrenzdealer Karotte/Cenoura (MN) und sorgt sogar für die Sicherheit des Viertels. Doch Geltungsdrang, Eifersucht und Rache führen zu einer Eskalation. Cenouras Bande bekommt Verstärkung durch den von Locke gedemütigten Mané „der Stecher“ Galinha (SG), und der Krieg um die Stadt Gottes beginnt. Buscapé (AR) mit seiner Kamera wird Zeuge der Auseinandersetzungen.

Bildgewaltig. Intelligent erzählt. Verschachtelt. Eindringlich. Rasant. Brutal. Begeisternd. Entsetzlich. Hart. Stark. Schön. Es ist schwer, diesen genialen Film angemessen zu beschreiben, selten kommen derart packende Bilder, mitreißende Szenen ins Kino. Allein der episodische Erzählstil hat schon seinen Reiz und übernimmt mit seiner Anknüpfung an einzelne Personen Traditionen mündlichen Erzählens in die Bildersprache. Mit seinen Brechungen, Rückblenden und Diskontinuitäten fordert er aktives Zuschauen heraus und überwältigt gleichzeitig durch die atmosphärische Kameraarbeit. Der Erfolg des Filmes in Brasilien legt nahe, dass er nicht nur für den distanzierten mitteleuropäischen Blick authentisch wirkt. Übrigens wurde bei der Uraufführung in Rio ein Gangsterboss verhaftet, der als Vorbild der Geschichte diente und sich deshalb unangreifbar wähnte.

Spieltermin:
Mittwoch, 17.12.2003 19:30 Uhr, Hörsaal 2006

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