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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

101 Reykjavik - Mit Einführung!

Originaltitel: 101 Reykjavik

Regie: Baltasar Kormákur Buch: Hallgrímur Helgason (Romanvorlage), Baltasar Kormákur Kamera: Peter Steuger Musik: Damon Albarn, Einar Orn Benediktsson Darsteller: Hilmir Snær Gudnason, Victoria Abril, Hanna María Karlsdóttir Produktion: Island / Dänemark / Frankreich / Norwege, 2001 Länge: 100 min. Fassung: 35mm, OmU

Hlynur (HSG) ist 28, arbeitsscheu und lebt bei seiner Mutter. Wozu er sich eine eigene Stelle oder Wohnung suchen soll, sieht er nicht ein. Sein Leben besteht vornehmlich aus Bier und Bars, Pornos, Sex und Saufen ... Bis seine Mutter (HMK) ihre Flamencoleh-rerin Lola (VA) über Weihnachten einlädt und die sein Leben durcheinanderbringt. Am Weihnachtsabend zieht er mit Lola durch die Bars und landet am Ende mit ihr im Bett.

Als seine Mutter ihm eines Tages eröffnet, dass sie und Lola ineinander verliebt seien, fällt er aus allen Wolken. Und als dann auch noch herauskommt, dass Lola ganz gezielt mit ihm geschlafen hat, nun schwanger ist und beide Frauen das Kind gemeinsam aufziehen wollen, da ist Hlynur endlich gezwungen, erwachsen zu werden und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Der isländische Schauspieler Baltasar Kormakur hat mit seinem Regiedebüt eine Hommage an seine Heimatstadt Reykjavik geschaffen. Darin eingebettet erzählt er von dem Kampf Hlynurs gegen das Erwachsenwerden. Hierbei stehen die wunderschönen Kamerabilder in deutlicher Diskrepanz zu der oft verstörenden und trostlosen Geschichte, die sie erzählen. 101 Reykjavik wird häufig mit Filmen von Almodovar verglichen – unter anderem wegen der gemeinsamen Darstellerin Victoria Avril. Sobald sie auftritt, ist sie der Star des Films – zu Unrecht, denn Gudnason als Hlynur und Karlsdóttir als seine Mutter können der Spanierin durchaus das Wasser reichen. Gudnason schafft es dabei, das unsympathische Muttersöhnchen, welches ganz bewußt mit dem Klischee vom intelligent zynischen Müßiggänger bricht, in seiner ganzen Verunsicherung darzustellen und trotz allem Selbstmitleid mit der Zeit schon fast wieder sympathisch erscheinen zu lassen. Auch die zunächst unscheinbare Mutter gewinnt zunehmend deutliche Konturen. Auch wenn sein Film im Vergleich zu Almodovar zynischer und trostloser ist, bedauert Kormakur seine Figuren nicht, er begleitet sie vielmehr mit einem Lächeln und führt sie vorsichtig und liebevoll durch die krude Handlung.

Zu diesem Film gibt es eine Einführung von Thomas Mohnike. Er ist Dozent für Isländisch am Institut für Vergleichende Germanische Philologie und Skandinavistik.

Spieltermin:
Dienstag, 18.11.2003 19:30 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Aktuelles Skandinavisches Kino
 Dienstag  11.11.2003  19:30 Uhr  OmU  Italienisch für Anfänger
 Dienstag  18.11.2003  19:30 Uhr  OmU  101 Reykjavik - Mit Einführung!
 Dienstag  09.12.2003  19:45 Uhr  OmU  Jalla Jalla - mit Einführung
 Dienstag  16.12.2003  19:15 Uhr  OmU  Das Fest
 Mittwoch  07.01.2004  19:45 Uhr  OmU  Elling - Mit Einführung!
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