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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Bonnie & Clyde

Regie: Arthur Penn Buch: David Newman, Robert Benton Kamera: Burnett Guffey Musik: Charles Strouse Darsteller: Warren Beatty, Faye Dunaway, Gene Hackman, Estelle Parsons, Michael J. Pollard Produktion: USA, 1967 Länge: 111 min. Fassung: 35mm, OF

Bonnie and Clyde ist der Film schlechthin, wenn es um moderne Gangsterpärchen geht. Thelma & Louise, Natural Born Killers, Perdita Durango und zahlreiche andere Filme bedienten sich freiherzig bei dieser enorm erfolgreichen, hart von der Zensur bedrohten Vorlage. Warren Beatty hatte den Film, der ihm eine Herzensangelegenheit war, selbst produziert und zugleich die Hauptrolle übernommen. Zahlreiche der große Studios hatten den Film als zu anarchistisch und gewalttätig abgelehnt, bis Warner Bros. sich schließlich überzeugen liess. Zwei unmoralische, gesetzlose Charaktere als Hauptfiguren eines Films einzusetzen, war – heute kaum mehr vorstellbar – in den sechziger Jahren noch jenseits aller Konventionen. Beatty macht aus dem legendären Paar (WB, FD), das 1931 bis 1934, ständig von der Polizei gejagt, Kleinstadtbanken und Tankstellen ausraubte, lustvoll die Behörden zum Narren hielt und die Lokalzeitungen mit selbst verfassten Gedichten versorgte, Ikonen der Landstraße mit Robin-Hood-Verweisen. Was Beatty mit unglaublicher Euphorie und Hartnäckigkeit vollbrachte, wurde nicht nur eines der großen Meisterwerke des amerikanischen Kinos überhaupt, sondern zugleich, obwohl es sich im Grunde um einen „Historienfilm“ handelte, ein politisches Manifest: Eine Lobeshymne auf freies Leben, freie Liebe und eine eigene Moral jenseits des bürgerlichen Konservatismus der Nachkriegszeit.

Neben dem Paar und seiner Gang (GH, EP, MP) wird die Landschaft zu einem weiteren Hauptakteur dieses Roadmovies. Ständig ist die Bande unterwegs, wie Touristen befahren sie den ländlichen Südwesten der USA, wechseln die Autos, halten kurz an, um zu picknicken oder ein Bad im idyllischen See zu nehmen. Sie sind auf der Flucht, zugleich aber erobern sie einen geographischen Raum und säen ihre Moral in die Felder am Wegesrand. Texas und seine Nachbarstaaten werden zur Bühne einer spannenden Filmhandlung, zugleich aber zum bestimmenden Muster, das die Charaktere und seine Widersacher prägt und vorwärtstreibt - ein Film voller Fahrzeuge, denn der filmische Raum ist zu weit, als dass man stillstehen könnte!

Spieltermin:
Mittwoch, 05.11.2003 19:45 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Get Your kicks on Route 66
 Mittwoch  22.10.2003  20:00 Uhr  DF  Easy Rider
 Mittwoch  29.10.2003  19:15 Uhr  DF  Paris, Texas
 Mittwoch  05.11.2003  19:45 Uhr  OF  Bonnie & Clyde
 Mittwoch  12.11.2003  19:30 Uhr    Thelma & Louise
 Mittwoch  19.11.2003  19:30 Uhr  OF  Natural Born Killers
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