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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Zatoichi - Der Blinde Samurei

Originaltitel: Zatoichi

Regie: Takeshi Kitano Buch: Takeshi Kitano nach Romanen von Kan Shimozawa Kamera: Katsumi Yanagishima Musik: Keiishi Suzuki Darsteller: Takeshi Kitano, Tadanobu Asano, Yui Natsukawa, Michiyo Ookusu, Gadarukanaru Taka, Yuuko Daike, Daigorô Tachibana, Ittoku Kishibe Produktion: Japan, 2003 Länge: 116 min. Fassung: 35 mm, OmU

Zatoichi - Der Blinde SamureiDer blinde, blondgefärbte Samuraikämpfer Zatoichi, dargestellt von Kitano selbst, zieht zu Beginn des 19. Jahrhunderts inkognito durch die japanische Provinz. Er gibt sich als reisender Masseur aus und liebt es, seinen Lastern, dem Würfelspiel und einer Schale heißem Sake zu frönen. Auf seiner Wanderung kommt er in ein Dorf, in dem zwei rivalisierende Gangsterbanden die Macht unter sich aufgeteilt haben. Doch als sich Zatoichi mit einer netten, älteren Bäuerin anfreundet, deren Neffe ein chronischer Pechvogel ist und große Spielschulden hat, greift er, zuerst ohne seine Tarnung aufzugeben, in das Geschehen ein. Parallel dazu kommt ein meisterhafter Ronin (TA) aus Ichi the Killer, auf der Suche nach einer Anstellung, um Geld für die Behandlung seiner kranken Frau zu verdienen in das Dorf. Und dann sind da noch zwei junge Geishas auf der Suche nach dem Mörder ihrer Eltern. Heftige Turbulenzen sind vorprogrammiert.

Kitano ist und bleibt der ungekrönte König der Ästhetik und des leisen, augenzwinkernden Humors. Daran hat sich auch bei Zatoichi nichts geändert. Und doch: Kitano beschreitet neue Wege, denn auch das ist ja bekannt: Für eine Überraschung ist Kitano immer gut. Und die sind sowohl in Form als auch im Inhalt zahlreich. Ein als Geisha verkleideter Mann im Japan der konservativen Rollenverteilung, irgendwo zwischen Skandal und Fassungslosigkeit einzuordnen, zählt ebenso zu des Meisters Ensemble wie ein durchgeknallter Möchtegern-Speerkämpfer, der schreiend ums Haus rennt. Kitano selbst verleiht dem Protagonisten durch dümmliches Gekicher, gelegentliche Witzchen und eine gewisse Schlitzohrigkeit beim Würfelspiel einen charmanten Charakter, wobei er gleichzeitig in seiner Rolle als Schwertmeister unglaubliche Autorität und Souveränität ausstrahlt. Obwohl das ein Erfordernis der Rolle ist(wegen seiner „Tarnung“ als Masseur), zauberte seine Darstellung des vermeintlich gebrechlichen Masseurs mit dem Gehstock (der in Wirklichkeit ein Schwert ist) das ein ums andere Mal ein leises Lächeln auf mein Gesicht. Formal besticht der Film größtenteils durch die langen, ruhigen Bilder, die man von Kitano gewohnt ist. Auf der anderen Seite gibt es mehrere Musikszenen und am Ende des Films eine faszinierend-witzige und vor allem recht lange Massen-Stepptanz-Szene, die den Kenner seiner Filme eher überraschen dürfte.

Spieltermin:
Mittwoch, 29.06.2005 19:30 Uhr, Hörsaal 2006

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