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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Night on Earth

Regie&Buch: Jim Jarmusch Kamera: Frederick Elmes Musik: Tom Waits Darsteller: Winona Ryder, Gena Rowlands, Giancarlo Esposito, Armin Müller-Stahl, Rosie Perez, Béatrice Dalle, Isaach de Bankolé, Roberto Benigni, Paolo Bonacelli, Matti Pellonpää, Kari Väänänen Produktion: USA, 1991 Länge: 126 min. Fassung: 35mm, OmU

Night on Earth4:07 Uhr MEZ – Es ist tiefe Nacht in fünf großen Städten in Amerika und Europa und zur selben Zeit besteigen die unterschiedlichsten Charaktere ihre Taxis, um sich zum gewünschten Fahrtziel bringen zu lassen. Diese Ausgangssituation haben die einzelnen Episoden noch gemein, doch was sich dann zwischen den TaxifahrerInnen und den jeweiligen Fahrgästen abspielt, könnte unterschiedlicher kaum sein. In Los Angeles lässt sich eine vielbeschäftigte Casting-Agentin (GR) vom Flughafen nach Beverly Hills bringen und ist von der ungezwungenen Coolness und dem natürlichen Charisma (!) der jungen Taxifahrerin (WR) so beeindruckt, dass sie ihr direkt eine Rolle in einem Hollywoodstreifen anbietet. In New York versucht der aus Dresden stammende und nur ansatzweise der englischen Sprache mächtige, ehemalige Circusclown Helmut (AMS) vergeblich, sein eigenes Taxi unter Kontrolle zu bringen. Schließlich lässt er sich von seinem Fahrgast Yo-Yo (GE), der sich auf der Fahrt lautstark mit seiner Schwägerin (RP) zofft, in dessen Heimat Brooklyn chauffieren, wo er dann noch verlorener als zu Beginn wirkt. In Paris treffen dann eine junge blinde Frau (BD) und ein neugieriger Taxifahrer von der Elfenbeinküste (IdB) aufeinander und schon schnell stellt sich heraus, wer von den beiden letztlich besser sehen kann. Die vorletzte Episode, die in Roms verwinkelten Gassen spielt, zeigt einen zur Hochform auflaufenden Roberto Benigni, der die Möglichkeit zur Lebensbeichte gekommen sieht, als ein Priester (PB) zu ihm ins Auto steigt. Dass die Schilderung der doch recht eigenwilligen Sexualpraktiken nichts für schwache Gemüter sein könnte, wird ihm aber leider erst zu spät klar. Den Abschluss der ungewöhnlichen Taxifahrten bildet ein Trip durch das winterlich Helsinki, den Jarmusch seinem guten Freund und Kollegen Aki Kaurismäki widmete und bei dem sich der unterkühlte Fahrer (MP) und die stockbetrunkenen Insassen (KV) im Erzählen der persönlichen Leidensgeschichten immer wieder über- bzw. unterbieten. Musikalisch unterstützt von Tom Waits ruppiger Reibeisenstimme und einem eingängigen Walking-Bass-Motiv, gelang Jim Jarmusch mit Night On Earth eine außergewöhnliche Mischung von lakonischen, tragischen, heiteren und völlig verrückten Kurzfilmen, die für ausgelassenes Lachen wie auch für nachdenkliche Momente gleichermaßen sorgen. Prädikat: Extraklasse!

Spieltermin:
Donnerstag, 27.10.2005 19:15 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Jim Jarmusch – ein ganz gewöhnlicher Filmemacher
 Donnerstag  27.10.2005  19:15 Uhr  OmU  Night on Earth
 Donnerstag  03.11.2005  19:30 Uhr  OmU  Dead Man
 Donnerstag  10.11.2005  19:30 Uhr  OmU  Ghost Dog: The Way of the Samurai
 Donnerstag  24.11.2005  19:45 Uhr  OmU  Coffee and Cigarettes
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