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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Alles auf Zucker

Regie&Buch: Dany Levy Musik: Niki Reiser Darsteller: Henry Hübchen, Hannelore Elsner, Udo Samel, Golda Tencer, Steffen Groth Produktion: Deutschland, 2004 Länge: 100 min. Fassung: 35mm

Alles auf ZuckerWas für ein Spieler. Jaecki Zucker (HH) blufft sogar noch am Grab seiner Mutter. Vom Schmerz gezeichnet stolpert er vorneüber in die offene Grube und bleibt scheinbar hilflos auf Mutterns Sarg liegen. So witzig, wie mit diesem wunderbar falschen Herzanfall, hat sich schon lange niemand mehr im Kino von einer Beerdigung geschlichen. Dani Levys Alles auf Zucker ist voller solch schräger Situationen.
Dem schlitzohrigen Zocker Jaeckie Zucker steht das Wasser bis zum Hals - seine Frau (HE) droht ihm mit der Scheidung, der Gerichtsvollzieher mit dem Knast. Letzte Hoffnung des Ex-DDR-Sportreporters: das Erbe seiner Mutter. Doch die verlangt in ihrem Testament, dass Jaeckie sich mit seinem Bruder Samuel (US) versöhnt, einem orthodoxen Juden.
Welten prallen aufeinander, als Samuel mit seinem ganzen Familienclan in Jaeckies chaotischem Haushalt anrückt - doch die beiden verfeindeten Sturköpfe haben keine Wahl: Sie müssen sich zusammenraufen...
Was folgt ist ein irrwitziges Aufeinanderprallen von Ost und West, pragmatisch und fromm. Alles auf Zucker ist ein genial komischer Film, für alle, die schon immer einmal wissen wollten, wie man in einem halben Tag koscher wird, wie orthodoxe Familienoberhäupter im Ecstasy-Rausch tanzen und wie es eigentlich in einem Ostalgie-Sexclub aussieht.
Und doch wäre es schade, diesen Film allein auf seine deutsch-jüdische Perspektive zu reduzieren, denn zunächst einmal handelt es sich um eine ungemein liebevolle Komödie mit dem Schwung der echten Verlierergeschichten.

Text: Carsten Friedrich

Spieltermin:
Donnerstag, 01.12.2005 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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