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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Zwölf Uhr mittags

Originaltitel: High Noon

Regie: Fred Zinnemann Buch: John W. Cunningham, Carl Foreman Kamera: Floyd Crosby Musik: Dimitri Tiomkin Darsteller: Gary Cooper, Thomas Mitchell, Lloyd Bridges, Katy Jurado, Grace Kelly Produktion: USA, 1952 Länge: 85 min. Fassung: 35mm, s/w

Zwölf Uhr mittagsHigh Noon leitete die Ära der Edelwestern der 50-er Jahre ein und blieb dabei unerreicht. Das liegt in erster Linie daran, dass er die klassischen Western-Klischees nicht bedient, denn der Held des Films agiert zwischen Angst und Pflichtbewusstsein. Die düstere Stimmung des Films, die eine Abrechnung mit der McCarthy-Zeit bedeutet, wird dabei wohl nur von Wellmans Ritt zum Ox-Bow übertroffen.
US-Marshal Kane (GC) steht am Tag seiner Hochzeit, sein Amt als Gesetzeshüter hat er schon fast niedergelegt, vor der Gewissensentscheidung, sich einem nach Rache dürstenden Gangster zu stellen. Die feigen Bewohner der Stadt raten dem Marshal, das Städtchen Hadleyville zu verlassen und sich und seine Frau (GK) in Sicherheit zu bringen. Auch auf dessen Bitten hin, ihn im Interesse der Stadt zu unterstützen, ändert die Meinung der Leute nicht. Sogar seine Frau wendet sich zunächst von ihm ab, da sie Gewalt verabscheut. Aber Kane entscheidet sich, zu bleiben und erwartet den Mittagszug, mit dem sein Widersacher kommen wird.
Dieser psychologisch tiefgründige Film zeigt die Abgründe einer egoistischen Gesellschaft auf. Die ganze Stadt stellt sich gegen ihren Marshal, der sich viele Jahre lang für sie eingesetzt hat. Nun aber regieren Feigheit und letztlich Verrat. Dem allein gelassenen Kane, hervorragend von Cooper dargestellt, stehen Angst und Enttäuschung geradezu ins Gesicht geschrieben. Vor allem dramaturgisch schafft es Zinnemann diese Einsamkeit durch die Einheit von Ort und Zeit realistisch zu erfassen. So entspricht die Länge des Films der Zeit der Handlung, was stilistisch durch die regelmäßige Einblendung der Uhr in Großaufnahme immer wieder ins Bewusstsein des Zuschauers gerufen wird. Dabei wird die Spannung am Schluss bis ins Unermessliche gesteigert, wenn sich der Zeiger der Uhr Minute für Minute der Stunde zwölf nähert.
Die Duelle zum Abschluss des Films gelten dann nicht als Allheilmittel, sondern sind aufgezwungene Gewalt, damit der des Schießens müde Marshal seinen verdienten Lebensabend nicht in Angst und auf der Flucht verbringen muss.
Fred Zinnemann hat mit seinem Film den wohl ehrlichsten und glaubwürdigsten Western geschaffen. Nicht zuletzt auch Tiomkins eindringlicher Musikscore macht den gesamten Film somit unvergesslich, insbesondere seine Titelmusik: "Do not forsake me, oh my darlin'. On this, our weddin' day. Do not forsake me, oh my darlin'."

Spieltermin:
Mittwoch, 14.12.2005 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Exilregisseure in Hollywood
Lubitsch, Zinnemann und Wilder
 Dienstag  06.12.2005  20:15 Uhr    Vortrag: Über Hitler lachen ?
 Mittwoch  07.12.2005  19:45 Uhr    Sein oder nicht sein
 Mittwoch  14.12.2005  20:00 Uhr    Zwölf Uhr mittags
 Mittwoch  21.12.2005  19:30 Uhr  OmU  Manche mögen's heiß
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