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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Ray

Regie: Taylor Hackford Buch: Jimmy White, Bob Eisele Kamera: Pawel Edelman Musik: Craig Armstrong, Ray Charles Darsteller: Jamie Foxx, Kerry Washington, Clifton Powell, Harry J. Lennix, Larenz Tate Produktion: USA, 2004 Länge: 152 min. Fassung: 35mm

Ray"And the Oscar goes to... Jamie Foxx!" Bevor er den Oscar entgegennimmt lässt Mr Foxx das Publikum in Ray-Manier ein paar "Yeahs" und "Ohs" nachsingen, wie er es auch schon bei der Globe-Verleihung getan hatte; der Mann ist durch und durch mit der Rolle des 2004 verstorbenen Musikers verwachsen, mit einem Mann, der es nicht einfach hatte: Ray erblindet mit sieben Jahren. Seine Mutter schärft ihm ein, sich nie zum Krüppel machen zu lassen, nie zu betteln, sondern auf seinen eigenen Füßen zu stehen. Ray macht dies zu seiner Devise. Er wird Berufsmusiker, lernt, Freunde von Nutznießern seines Talents zu unterscheiden und schafft es bald weit nach oben. Mit Songs wie "Georgia on my mind" und "Bye bye love" gewinnt er ein breites Publikum und die Herzen vieler Frauen. Eine von ihnen, Bea, heiratet er. Sie ist es, die ihm durch ihren Rat authentisch zu sein, und nicht nur andere nachzuahmen, zu seinem eigenen Stil verhilft: dieser besteht zunächst in einer Mischung aus Gospel und Rhythm and Blues, die einigen Kirchgängern gar nicht behagt, da Ray Gospels zu love Songs mit teilweise expliziten Texten umwandelt. Doch der Erfolg gibt ihm Recht: er steigt noch weiter auf, wird von großen Plattenfirmen umworben und kann noch mehr schöne Handgelenke inspizieren- die ihn auf schöne Frauen schließen lassen. Seine Gattin lernt, zu akzeptieren, dass er "on the road" andere Frauen hat; doch was sie nicht ertragen kann ist seine Heroinsucht, die sich zunehmend bemerkbar macht. Um ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit zu vergessen, greift Ray regelmäßig zur Nadel und kann erst durch einen tragischen Zwischenfall und ein Ultimatum seitens seiner Frau davon lassen, um dann noch bis ins hohe Alter erfolgreiche Songs zu produzieren. Dieses Biopic ist nicht nur wegen des Oscarpreisträgers sehenswert, sondern natürlich auch wegen der Musik- und man stellt ständig fest, dass man viele seiner Stücke kennt, ohne gewusst zu haben, dass sie von ihm sind. Hier wird das Werk eines großen Musikers auf angenehm unpathetische Weise gefeiert.

Text: Annika Ganter

Spieltermin:
Dienstag, 20.12.2005 19:00 Uhr, Hörsaal 2006

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