aka-Filmclub.de

Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Das Leben der Anderen

Regie&Buch: Florian Henckel von Donnersmarck Kamera: Hagen Bogdanski Musik: Gabriel Yared, Stéphane Moucha Darsteller: Ulrich Mühe, Sebastian Koch, Martina Gedeck, Ulrich Tukur, Thomas Thieme, Hans-Uwe Bauer Produktion: D, 2006 Länge: 136 min. Fassung: 35 mm

Die Stasi-Hochschule in Ostberlin, 1984. Vor den versammelten Studierenden, dem künftigen Stasi-Nachwuchs, berichtet Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (UM) von den verschiedenen Möglichkeiten, ein Verhör zu führen. Voller Überzeugung schildert er die besonderen Vorzüge der ununterbrochenen 40-Stunden-Verhöre, die eben gerade lange genug seien, um den Widerstand des Verhörten wie Eis in der Sonne zu schmelzen und ihn im Delirium des Schlafentzugs seine zurechtgelegten Ausflüchte vergessen zu lassen. Da meldet sich ein junger Student: Ob diese Verhörmethode denn nicht etwas unmenschlich sei? Der Dozent schaut kurz auf, gibt eine parteikonforme, dogmatische Antwort, und macht heimlich unter dem Tisch ein kleines Häkchen hinter den Namen des Studenten.

Es sind Momente wie dieser, die dem Film seine politische Dimension geben. Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt: Ein überzeugter Stasi-Mann, Experte für Abhöreinsätze, wird auf einen erfolgreichen Theaterregisseur (SK) angesetzt, der sich eigentlich durch Linientreue auszeichnet. Bald dämmert dem Abhörfachmann, dass der Kulturminister (TT) die Abhöraktion eigentlich nur deshalb in die Wege geleitet hat, um an die attraktive Freundin des Theatermanns (MG) ranzukommen. Diese Freundin, eine gefeierte Bühnenschauspielerin, wird von der Stasi zur Aussage gegen ihren Freund gezwungen. Doch ohne Beweise kann man dem Theaterregisseur nichts anhängen. Also sitzt unser Abhörprofi Tag und Nacht auf einer kleinen Dachkammer, die Kopfhörer auf den Ohren, und wartet auf ein verdächtiges Wort. Doch in den langen Abhörnächten kommen ihm immer mehr Zweifel an dem Sinn seiner Arbeit...

Der Realismus des Films ist faszinierend. Die Härte des Machtapparats kommt ausreichend ins Bild. Dem Regisseur gelingt das Meisterstück, einen engagierten politischen Film, der ein überzeugendes Bild der DDR in den frühen 80ern liefert, mit einem spannenden Abhörkrimi zu verbinden, der Francis Ford Coppolas spannendem Abhörklassiker The Conversation in nichts nachsteht.

Spieltermin:
Dienstag, 07.11.2006 19:30 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Neuer Deutscher Film
Neurosen, Swinger-Hasi und die Stasi
 Dienstag  24.10.2006  19:45 Uhr    Elementarteilchen
 Dienstag  31.10.2006  20:00 Uhr    Requiem
 Dienstag  07.11.2006  19:30 Uhr    Das Leben der Anderen
 Dienstag  14.11.2006  19:15 Uhr    Der rote Kakadu
 Dienstag  21.11.2006  19:45 Uhr    Knallhart
 Mittwoch  10.01.2007  19:00 Uhr    Der freie Wille
News
Umzug WS2019/20
Aktuelles Programm
Filmreihen
Specials
Programmübersicht
Archiv
HighNoon Film-e-Zine
Über uns...
Links
Kontakt

HighNoon