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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Offside

mit Einführungsvortrag vom Orientalischen Seminar

Regie: Jafar Panahi Buch: Jafar Panahi, Shadmehr Rastin Kamera: Mahmood Kalari Musik: Korosh Bozorgpour Darsteller: Sima Mobarak Shahi, Safar Samandar, Shayesteh Irani, Mohammad Kheyrabadi, Ida Sadeghi, Golnaz Farmani, Mahaz Zabihi Produktion: Iran, 2005 Länge: 88 min. Fassung: 35 mm, OmU

OffsideRahmenhandlung dieses Films ist das authentische Länderspiel Iran–Bahrein, durch das sich der Iran überraschenderweise doch noch für die Weltmeisterschaft qualifizierte. Im Zentrum steht allerdings die Geschichte eines jungen und fußballverrückten Mädchens, das als Junge verkleidet versucht, sich irgendwie vorbei an den Kontrollen ins Stadion zu schmuggeln.

Durch die Erzählweise in Form eines Dialoges der offiziellen Moral (vertreten durch die wachhabenden Soldaten) mit den auf sympathische Weise rotzfrechen Mädchen, gelingt es dem Film die Absurdität des Frauen-Verbotes in Fußballstadien auf sachliche Weise zu artikulieren. So können sich sowohl der reformorientierte Kinogänger aber auch die politischen Hardliner im Iran (und die Zensur) mit den verschiedenen Positionen identifizieren. In einer Zeit, in der das Regime des Iran immer mehr versucht, gesellschaftliche Reformen und die moralische Öffnung der vorangegangenen Jahre zurückzudrängen, ist es nicht einfach, einen anschaulichen und unverfälschten Blick auf die Gesellschaft des Iran zu werfen, die weit vielfältiger ist, als es uns die kurzen Eindrücke aus den westlichen Medien vermitteln können. Trotz aller gesellschaftspolitischen Hintergründe und trotz der hohen Authentizität der Handlung bleibt der Film immerzu spannend und sehr unterhaltsam.

Der Regisseur schildert in seinen Werken wiederholt die Probleme von Frauen wie auch die große Diskrepanz von Armut und Reichtum in seinem Land. Die Motivation diesen Film zu drehen, kam Panahi nicht nur wegen der besonderen Absurdität dieses einen Verbotes, sondern auch durch ein sehr ähnliches Erlebnis mit seiner eigenen Tochter. Am Ende des Films wird allen sieben Toten bei einer Massenpanik nach dem Spiel Iran–Japan gedacht... entgegen der offiziellen Angabe von sechs Toten, denn von offizieller Seite her wurde die siebente Tote niemals zugegeben. Ein verdeckter Schlag ins Gesicht der iranischen Behörden, der der Zensur offenbar nicht aufgefallen ist.

Die Filme Panahis wurden auf internationalen Festivals oft mit Preisen gekrönt; auf der 56. Berlinale 2006 erhielt er den sehr beachtlichen Silbernen Bären (Großer Preis der Jury).

In Kooperation mit dem Orientalischen Seminar bieten wir einen kuzren, einführenden Vortrag an, der auch auf aktuelle Entwicklungen in der Iranischen Gesellschaft eingehen wird. Der Vortrag wird etwa 10-15 Minuten dauern, beginnt daher pünktlich um 20 Uhr und wird von Bianca Devos M.A., Fachbereich Islamwissenschaft gehalten; darin werden auch die noch frischen Eindrücke der Theran-Reise der Referentin mit einfließen.
Wir freuen uns auf Einblicke, die man sonst nicht so leicht erhalten kann.

Text: Philippe Bourdin

Spieltermin:
Freitag, 24.11.2006 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Junger Orientalischer Film
Das Berlinale-Best-Of des jungen orientalischen Films
 Freitag  24.11.2006  20:00 Uhr  OmU  Offside
 Mittwoch  24.01.2007  20:00 Uhr  DF  Paradise Now
 Freitag  02.02.2007  19:30 Uhr    Der Tag, als ich ins Paradies wollte
 Mittwoch  14.02.2007  20:00 Uhr  OmU  37 Uses for a Dead Sheep
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