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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Keine Lieder über Liebe

Regie&Buch: Lars Kraume Kamera: Sonja Rom Darsteller: Florian Lukas, Jürgen Vogel, Heike Makatsch Produktion: D, 2005 Länge: 98 min. Fassung: 35 mm

Tobias hofft herauszufinden, was zwischen seinem Bruder Markus und seiner Freundin Ellen (HM) gelaufen ist, oder noch läuft. Auch sie wird die Brüder und die Band auf der Tour begleiten. Es entspinnt sich also eine Dreiecksbeziehung zwischen drei klugen und warmherzigen Menschen, die es dennoch nicht vermeiden können, sich gegenseitig zu verletzen.

Wer sich vor Filmbeschreibungen wie dieser bisher nur gegruselt hat, kann sich bei Keine Lieder über Liebe auf eine Ausnahme freuen: der Film funktioniert absolut schmalzfrei, mit realistischen Bildern, trockenem Humor und überzeugenden Emotionen. Gezeigt wird die „Dokumentation“, die Tobias über die Tour der Band gedreht hat. Und in dieser fiktiven Doku spielen drei der interessantesten Schauspieler Deutschlands - Vogel, Lukas und eben auch Heike Makatsch - geradlinig und glaubwürdig wie der Sound der erfundenen Hansen-Band.

Nachdem der Dokumentarfilm seit einigen Jahren einen festen Platz in unserer Kinolandschaft erhalten hat, betätigt sich der junge Regisseur Lars Kraume mit Vorliebe pseudo-dokumentarisch. Im letzten Wintersemester haben wir sein Frühwerk KiSMET - Würfel dein Leben gezeigt, der ebenfalls als gespielte Dokumentation gedreht wurde. In Keine Lieder über Liebe hat Kraume den Doku-Stil noch erheblich weiter entwickelt. Die Tournee der Band, die im Film zu sehen ist, wurde tatsächlich so durchgeführt - die Live-Aufnahmen sind also authentisch. Neben dem Film, der die Dreiecksgeschichte aus der Sicht von Tobias zeigt, ist auch ein Buch von Heike Makatsch (aus der Sicht von Ellen) erschienen und ein Konzeptalbum von Hansen, das die Ereignisse aus Sicht des Sängers Markus alias Jürgen Vogel erzählt. Offensichtlich hatte die Crew großes Vergnügen daran, der fiktiven Geschichte eine "echte" Grundlage zu verleihen. Dieses Engagement steckt in dem Film und verleiht ihm - Wahrheit.

Text: Matthias Zabel

Spieltermin:
Dienstag, 28.11.2006 19:45 Uhr, Hörsaal 2006

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