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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Spur der Steine

Regie: Frank Beyer Buch: Karl Georg Egel, Frank Beyer Kamera: Günter Marczinkowsky Musik: Wolfram Heicking, Hans Kunze Darsteller: Manfred Krug, Krystyna Stypulkowska, Eberhard Esche, Johannes Wieke, Walter Richter-Reinick, Walter Jupé, Hans-Peter Minetti Produktion: DDR, 66 Länge: 139 min. Fassung: 35 mm, s/w

Spur der SteineAuf einer Großbaustelle herrscht der Brigardier Bella (MK) respektlos. Seine Leute arbeiten zwar gut und er biegt Fehler der Bauleitung und Planwirtschaft gerade; er löst Probleme jedoch lieber auf seine anarchistische und unkonventionelle Art und schmeißt auch schon mal, als er nackt im Stadtteich badete, einen Polizisten ins Wasser. Als der idealistische Parteisekretär Horrath (EE) und die junge, mutige Ingenieurin Kati (KS) auftauchen und Bella zur Zusammenarbeit bewegen und die rauen Sitten eindämmen wollen, geraten die Strukturen auf der Baustelle in Bewegung. Neben beruflichen und zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen bahnt sich bald eine Dreiecks-Liebesgeschichte an, der ein eheloses Kind entspringt und die ein Verfahren von der Parteileitung gegen Horrath zur Folge hat.

Obwohl der Film den Aufbau des Sozialismus und den Kurs der Partei nicht grundsätzlich in Frage stellte, sondern ein menschlicheres System mit Raum für Individualismus und Recht auf Kritik forderte, ging diese scharfsinnige, freche und schonungslose Analyse der Widersprüche des sozialistischen Gesellschaftssystems und des Scheiterns seiner Helden der Partei zu weit an dem von ihr propagierten Bild des Sozialismus vorbei. Der Film verschwand nach einer Woche und von Parteiseite organisierten Protesten und Randalen von den Leinwänden und wurde bis zu seiner Wiederaufführung 1990 unter Verschluss gehalten. Dies schmälerte jedoch nicht seinen Kultstatus – er gilt als der prominenteste mehrerer Filme, die Mitte der 60er einer Verbotswelle zum Opfer fielen.

Der Regisseur Frank Beyer verstarb am 1. Oktober 2006. Er galt als einer der wichtigsten Regisseure der DDR. Nach den Verbot von Spur der Steine geriet auch er (Beyer war SED-Mitglied) in Konflikt mit der SED und wurde vorübergehend an das Stadttheater Dresden abgeschoben, was einem Berufsverbot gleichkam.

Spieltermin:
Dienstag, 16.01.2007 19:15 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
60 Jahre DEFA
Filme aus der DDR
 Dienstag  09.01.2007  20:00 Uhr  s/w  Berlin – Ecke Schönhauser
 Dienstag  16.01.2007  19:15 Uhr  s/w  Spur der Steine
 Dienstag  23.01.2007  19:45 Uhr    Die Legende von Paul und Paula
 Montag  29.01.2007  20:00 Uhr    Vortrag: Staatskino – Film in der DDR
 Dienstag  30.01.2007  19:45 Uhr    Solo Sunny
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