aka-Filmclub.de

Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Kontroll

Regie&Buch: Nimród Antal Kamera: Gyula Pados Musik: NEO Darsteller: Sándor Csányi, Zoltán Mucsi, Csaba Pindroch, Sándor Badár, Zsolt Nagy Produktion: Ungarn, 2003 Länge: 111 min. Fassung: 35 mm, OmU

KontrollDer junge Bulcsú (SC), der Hauptheld des Films, ist der Anführer einer bunten und skurilen Truppe Kontrolleure. Aus rätselhaften Gründen hat er sich vom Leben an der Oberfläche zurückgezogen und ist Kontrolleur geworden. Die Kontrolleure haben es schwer, da sie keinerlei Respekt von den Fahrgästen bekommen. Sie werden ständig verspottet und von Schwarzfahrern betrogen, mit deren Hunden bedroht, von japanischen Touristen fotografiert und sogar von Fußballfans verprügelt. Eines Tages trifft Bulscú in der Metro eine Frau in einem rosa Bärenkostüm, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Schafft sie es, ihn zurück an die Oberfläche zu bringen? Bevor dies passiert, muss aber zunächst das Geheimnis um einen Mörder gelöst werden, der Menschen im Untergrund vor fahrende Züge stößt.

Kontroll lässt sich nicht leicht einem Genre zuordnen. Es ist vielmehr ein Mosaik verschiedener Gattungen. Das Tempo des Filmes ist sehr schnell, voller rasanter Schnitte, schriller Bilder und treibender Musik im Hintergrund. Es gibt auch viel schwarzen Humor. Doch gibt es auch fast schon poetische Szenen im Neonlicht, oder ganz surreale Aufnahmen von Bulscús Träumen.

In Kontroll vermischt sich die Fiktion ständig mit der Wirklichkeit. Der Regisseur zeichnet ein Bild von einer parallelen Welt, sogar von einem ganzen unterirdischen Kosmos, in dem völlig andere Regeln als ausserhalb herrschen. Einerseits ist diese Welt bunt und lustig, aber anderseits scheint sie auch ein finsteres Labyrinth zu sein, durch welches Bulscú jeden Tag auf der Suche nach Verarbeitung des alten, quälenden Traumas umherirrt. Das Gesamtbild ist so beeindruckend, weil Nimród Antal auf perfekte Art und Weise das Schema eines amerikanischen Actionfilms mit den dunklen Seiten einer ungarischen Seele ausfüllt. Er erzählt von der befreienden Stärke der Liebe und davon, dass jedes Leben die Möglichkeit für einen Neuanfang bietet. Kontroll wurde auf verschiedenen Festivals gezeigt und erhielt eine Vielzahl von Preisen, unter anderem den Prix de la Jeunesse im Jahr 2004, den Nachwuchspreis des Filmfestivals in Cannes, den Goldenen Hugo beim Filmfestival Chicago, den Goldenen Schwan beim Filmfest Kopenhagen und den FIPRESCI-Preis beim Festival des Osteuropäischen Films in Cottbus.

Text: Karolina Szulejewska

Spieltermin:
Dienstag, 15.05.2007 19:30 Uhr, Hörsaal 2006

News
Umzug WS2019/20
Aktuelles Programm
Filmreihen
Specials
Programmübersicht
Archiv
HighNoon Film-e-Zine
Über uns...
Links
Kontakt

HighNoon