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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Wer früher stirbt, ist länger tot

Goldene Lola 2007: beste Regie, Musik und bestes Drehbuch

Regie&Buch: Marcus H. Rosenmüller, Julia Schwarz Kamera: Stefan Biebl Musik: Gerd Baumann Darsteller: Markus Krojer, Fritz Karl, Jule Ronstedt Produktion: D, 2006 Länge: 105 min. Fassung: 35 mm

Wer früher stirbt, ist länger totDer elfjährige Sebastian (MK), ein passionierter Lausbub aus dem idyllischen Voralpenland, glaubt, er trage die Schuld am Tod seiner Mutter, weil sie bei seiner Geburt starb. Um trotzdem in den Himmel zu kommen und nicht im Fegefeuer schmachten zu müssen, muss er – seiner Überzeugung nach – eine gewaltig gute Tat vollbringen. Beim dörflichen Stammtisch im Wirtshaus seines Vaters Lorenz (FK) holt er sich die entsprechenden Anregungen. Sebastians Übereifer führt aber nicht zum erhofften Erfolg, im Gegenteil: ein gesprengter Hase, ein unsittlicher Antrag an seine Lehrerin (JR), eine ums Haar zu Tode gebrachte Greisin – das alles verringert sein ohnedies schon beeindruckendes Sündenregister nicht unbedingt. Um dem drohenden Fegefeuer doch noch zu entrinnen, kommt ihm schließlich die Eingebung, für seinen Vater eine neue Frau zu finden.

Mit seinem fulminanten Debüt Wer früher stirbt, ist länger tot gelang Regisseur Marcus H. Rosenmüller (Schwere Jungs) eine der schönsten Komödien der letzten Jahre, die zum Dauerbrenner in den süddeutschen Kinosälen geworden ist. Wer früher stirbt, ist länger tot ist ein Heimatfilm der etwas anderen Art, der von der urbayrischen Atmosphäre, kauzigen Charakteren, dem breiten Dialekt und zahlreichen skurrilen Einfällen lebt. Fantastisches, Surrealistisches, Realismus und derber Humor verschmelzen zu einer ganz eigenen Mischung. Rosenmüller erklärte zu den Quellen seiner Inspiration: „... ich mag guten Komödienstadl genauso wie Valentin oder Luis Buñuel“. Wie durch ein Wunder fügt sich der wilde Genremix zu einem harmonischen Ganzen. Unterstützt von einem tollen Schauspielerensemble ist ein kleines schwarzhumoriges Meisterwerk mit dem Sinn für die kleinen, aber wesentlichen Dinge des Lebens entstanden, das genau das richtige für einen gelungen Kinoabend vor dem sommerlichen Biergartenbesuch ist.

Als Vorfilm zeigen wir in Kooperation mit dem Video-Slam des Studentenwerkes den sehr sehenswerten Kurzfilm Nosferatu 1922 Reloaded.

Text: Alexander Sigelen

Spieltermin:
Mittwoch, 06.06.2007 19:45 Uhr, Hörsaal 2006

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