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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Familia Rodante – Argentinisch reisen

Originaltitel: La Familia rodante

Regie&Buch: Pablo Trapero Kamera: Guillermo Nieto Musik: Hugo Diaz, Leon Gieco, Juaujo Soza Darsteller: Graciana Chironi, Bernardo Forteza, Sol Ocampo, Liliana Capurro Produktion: Argentinien, 2004 Länge: 103 min. Fassung: 35 mm, OmU

Familia RodanteWenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben, weiß der Volksmund. Wenn 11 Personen eine Reise tun, und diese Menschen allesamt durch familiäre Bande miteinander verknüpft sind, dann potenziert sich das Ganze ohne Zweifel. Vor allem dann, wenn man die Wegstrecke über auf engstem Raum zusammengepfercht ist. Wie so eine Reise im Schoße der lieben Familie verlaufen kann, davon erzählt der argentinische Regisseur Pablo Trapero in seinem bitter-süßen Roadmovie Familia Rodante – Argentinisch Reisen.

Die Familie der 84-jährigen Urgroßmutter Emilia (Traperos eigene Großmutter Graciana Chironi in ihrer ersten Filmrolle) aus Buenos Aires kommt eigentlich nur noch zu Familienfesten zusammen, ansonsten haben sich die einzelnen Mitglieder weit voneinander entfernt. Als Emilia an ihrem Geburtstag einen überraschenden Anruf erhält, muss die Familie aber im wahrsten Sinne des Wortes wieder zusammenrücken. Emilia soll als Trauzeugin zur Hochzeit ihrer Nichte in ihren Geburtsort nahe der brasilianischen Grenze kommen. Es bleibt wenig Zeit, die Abreise in den entlegenen Nordosten vorzubereiten. Also muss sich die 11-köpfige Sippe in Oscars (BF) kleines, klappriges Wohnmobil (Baujahr 1956) quetschen und die 1200 km lange Strecke in Richtung Norden, einmal quer durchs krisengebeutelte, Argentinien auf sich nehmen. Während die Luft schwüler wird und die Pampa dem Tropenwald weicht, liegen bei Tanten und Cousins bald die Nerven blank. Wenn man sich prügelt, gibt das bei der Großfamilie gleich eine Massenschlägerei. Bis sie also endlich angekommen sind und sich bei der trinkfreudigen Folklore-Hochzeit erholen können, müssen noch einige absurde Begegnungen, unzählige Mosquito-Attacken, eine Autopanne und eine Menge Familienstreitereien überstanden werden… Doch die entschlossene Emilia navigiert die Familie unaufhaltsam weiter auf dem Weg zum großen Fest.

Mundo grúa (1999) war Pablo Traperos vielfach gelobter Debütfilm und der erste des Neuen Argentinischen Kinos, der international Anerkennung fand. Sein dritter Spielfilm nimmt den Zuschauer mit auf die Reise. „Casa rodante“ ist die argentinische Bezeichnung für das Wohnmobil. Traperos Family-Feelgood-Roadmovie ist intim, ruhig und zugleich scharfe Beobachtung von familiären und gesellschaftlichen Verhältnissen in seinem Heimatland. Familia Rodante überzeugte auch die Kinobesucher beim Cine-Latino-Festival im KoKi und wurde Film des Monats.

Mit diesem Spielfilm hat Regisseur Pablo Trapero seinen Rang als einer der wichtigsten Filmemacher des neuen argentinischen Kinos bekräftigt, ihm gelang nicht nur in Argentinien ein großer Erfolg bei Kritik und Publikum. Graciana Chironi, die die unverwüstliche 84-jährige Emilia spielt, ist im wahren Leben Traperos eigene Großmutter: Sie wurde für ihre Leistung auf den internationalen Festivals als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Text: Eva Wörner

Spieltermin:
Donnerstag, 14.06.2007 19:45 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Argentinisches Kino
Filme vom Ende der Welt
 Donnerstag  14.06.2007  19:45 Uhr  OmU   Familia Rodante – Argentinisch reisen
 Mittwoch  20.06.2007  19:45 Uhr  OmU   Bombón – eine Geschichte aus Patagonien
 Dienstag  26.06.2007  20:00 Uhr  OmU   Historias mínimas
 Donnerstag  19.07.2007  19:45 Uhr  OmU   Spiel für mich - Tocá para mi
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