aka-Filmclub.de

Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Bombón – eine Geschichte aus Patagonien

Originaltitel: Bombón, el perro

Regie: Carlos Sorín Kamera: Hugo Colace Musik: Nicolas Sorín Darsteller: Carlos Sorín, Santiago Calori, Salvador Roselli Produktion: Argentinien, 2004 Länge: 98 min. Fassung: 35 mm, OmU

BombónAls die Tankstelle, auf der er 20 Jahre lang als Automechaniker gearbeitet hat, verkauft wird, verliert Juan (JV) seinen Job. Er versucht, mit dem Verkauf von selbstgefertigten Messern über die Runden zu kommen, hat jedoch wenig Erfolg damit. Doch Juan verzweifelt nicht und das Glück kommt dem Optimisten zu Hilfe: Als er eines Tages das Auto einer jungen Frau, die eine Autopanne hat, viele Kilometer weit bis vor deren Haustür abschleppt, bekommt er zum Dank ein ungewöhnliches Geschenk – eine wunderschöne argentinische Dogge, einen edlen Zuchthund namens Bombón. Auf dem Heimweg beäugen sich Mann und Hund sorgfältig, jeder für sich die Vor- und Nachteile einer längerfristigen Beziehung abwägend. Doch Bombón ist guten Willens und Juan heißt den Hund gerne in seinem Leben willkommen. Schnell erregen die beiden allerorts Aufsehen und Juan bekommt einen Job als Wachmann angeboten. Als er aber den Bankdirektor und Hundenarr Walter (WD) kennen lernt, überredet dieser ihn, mit Bombón bei einer Hundeschau anzutreten. Prompt landet Bombón auf dem dritten Platz und steht plötzlich bei den Züchtern aus der Umgebung hoch im Kurs, die viel Geld bieten, wenn er sich ihre Hundedamen einmal näher ansieht. Doch leider lässt die Libido den weißen Riesen ein wenig im Stich.

Wie schon in seinem vorangehenden Film Historias mínimas arbeitet Sorín auch hier in erster Linie mit Laienschauspielern, um seinem zwischen Fiktion und Dokumentation angesiedelten Film einen möglichst hohen Grad an Authentizität zu verleihen. Tatsächlich geht diese Rechnung auf: Die Figur des Juan Villegas beispielsweise, der auch im realen Leben als Automechaniker arbeitet und quasi sich selbst mimt, hätte von keinem professionellen Schauspieler überzeugender dargestellt werden können. Gleichzeitig erhält der Zuschauer so immer wieder tiefe Einblicke in das Alltagsleben der Bewohner Patagoniens, dessen karge Schönheit in zahlreichen Einstellungen zu bewundern ist. Vielleicht liegt es an diesem riesigen, dabei aber so dünn besiedelten Land, dass Sorín mit seiner schlichten, lakonischen und unaufgeregten Erzählweise bisweilen mit seinem finnischen Kollegen Aki Kaurismäki (Der Mann ohne Vergangenheit) verglichen wird. Fest steht jedenfalls, dass seine Filme trotz ihrer minimalistischen Einfachheit keineswegs als langweilig abzutun sind – sie vermitteln vielmehr die innere Ruhe und Gelassenheit, mit der man in Patagonien den Herausforderungen des Lebens begegnet. Bombón, el perro ist dafür ein wunderbares Beispiel und wurde auch schon von den Besuchern des Freiburger Filmfestes 2005 begeistert aufgenommen.

Spieltermin:
Mittwoch, 20.06.2007 19:45 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Argentinisches Kino
Filme vom Ende der Welt
 Donnerstag  14.06.2007  19:45 Uhr  OmU   Familia Rodante – Argentinisch reisen
 Mittwoch  20.06.2007  19:45 Uhr  OmU   Bombón – eine Geschichte aus Patagonien
 Dienstag  26.06.2007  20:00 Uhr  OmU   Historias mínimas
 Donnerstag  19.07.2007  19:45 Uhr  OmU   Spiel für mich - Tocá para mi
News
Umzug WS2019/20
Aktuelles Programm
Filmreihen
Specials
Programmübersicht
Archiv
HighNoon Film-e-Zine
Über uns...
Links
Kontakt

HighNoon