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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Historias mínimas

Regie: Carlos Sorín Kamera: Hugo Colace Musik: Nicolas Sorín Darsteller: Pablo Solarz Produktion: Argentinien, 2002 Länge: 92 min. Fassung: 35 mm, OmU

Historias mínimasAuf einer der langen staubigen Straßen im Süden Patagoniens sind drei Menschen unterwegs: Der alte Lebensmittelhändler Don Justo (AB) fühlt sich, nachdem er das Geschäft an seinen Sohn weitergegeben hat, zu Hause überflüssig – als er hört, sein schon lange vermisster Hund sei in der 400 km entfernten Nachbarstadt gesehen worden, macht er sich kurzerhand per Anhalter auf die Suche. Der 40-jährige Vertreter Roberto (JL) ist mit einer Cremetorte in Fußballform unterwegs, die er dem Sohn der jungen Witwe, in die er verliebt ist, zum Geburtstag schenken will. Auf diese Weise hofft er, ihr Herz zu gewinnen. Allerdings kommen ihm plötzlich Zweifel, ob der Junge wirklich Fußballfan ist, und so lässt er die Torte von jedem Konditor, den er trifft, umgestalten. Die junge María (JB) schließlich macht sich mit ihrem Baby auf dem Arm auf den Weg in die Provinzhauptstadt San Julian. Von ihrer Freundin hat sie erfahren, sie wäre als Teilnehmerin einer Game-Show im Fernsehen ausgelost worden. Dort angekommen, streicht sie tatsächlich den Hauptgewinn der Show ein, eine elektrische Universalküchenmaschine. Allerdings gibt es in ihrem Heimatdorf gar keinen Strom...

Der dritte Spielfilm des ehemaligen Werbeclip-Regisseurs Carlos Sorín ist ein melancholisch-warmherziges und humorvolles Roadmovie, in dem fast ausschließlich Laiendarsteller auftreten. Auf die Qualität des Films hat das keine negativen Auswirkungen – im Gegenteil: Alle Figuren wirken absolut authentisch und ehrlich; ihre Schicksale sind unspektakulär, aber in ihrer Lebensnähe ergreifend und rührend. Historias mínimas erzählt auf eine leise, poetische und sehr sympathische Art und Weise die kleinen Geschichten der patagonischen Realität – einer Realität, die unserem hektischen mitteleuropäischen Alltag auf den ersten Blick sehr fern zu sein scheint. Bei näherem Hinsehen aber stellt man fest, dass es Geschichten der Träume sind, Geschichten der Einsamkeit und des Umgangs mit dem Leben. Geschichten also, die jedem von uns begegnen, sei es in Freiburg oder Río Gallegos. Vollkommen zu Recht wurde Historias mínimas 2004 der wichtigste spanische Filmpreis Goya als bester ausländischer Film in spanischer Sprache verliehen.

Spieltermin:
Dienstag, 26.06.2007 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Argentinisches Kino
Filme vom Ende der Welt
 Donnerstag  14.06.2007  19:45 Uhr  OmU   Familia Rodante – Argentinisch reisen
 Mittwoch  20.06.2007  19:45 Uhr  OmU   Bombón – eine Geschichte aus Patagonien
 Dienstag  26.06.2007  20:00 Uhr  OmU   Historias mínimas
 Donnerstag  19.07.2007  19:45 Uhr  OmU   Spiel für mich - Tocá para mi
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