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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Alice in den Städten

Regie: Wim Wenders Buch: Wim Wenders, Veith von Fürstenberg Kamera: Robby Müller Musik: Chuck Berry, Gustav Mahler; The Can; Deep Purple; Count Five Darsteller: Rüdiger Vogler, Yella Rottländer, Lisa Kreuzer, Edda Köchl Produktion: D, 1974 Länge: 112 min. Fassung: 35 mm

Alice in den Städten„Für mich ist der kindliche Blick in die Welt sozusagen die Sehnsucht des Kinos. Das ist das, was das Kino, wenn es wirklich bei sich selbst ist, leisten kann: einem Erwachsenen einen unschuldigen Blick zurückgeben.“ (Wim Wenders im Gespräch mit Peter Hamm)

Alles beginnt in Amerika, wo der Journalist Philipp Winter (RV) eine Reportage über das Land schreiben soll. Jedoch bringt er nichts zu Papier, macht nur einige Polaroids. Ihm sei während der Reise durch die USA Hören und Sehen vergangen, gesteht er einer Freundin. Er verkauft sein Auto an einen Gebrauchtwagenhändler, um sich ein One-Way-Ticket zurück nach Deutschland zu kaufen. Durch einen Fluglotsenstreik kommt es anders, als Philipp es sich vorgestellt hatte – er muss noch einen Tag länger in New York bleiben und trifft Lisa van Damm (LK) mir ihrer neunjährigen Tochter Alice (YR), mit denen er sein Schicksal und einige Stunden teilt. Am nächsten Morgen bitte Lisa ihn, mit Alice schon mal nach Amsterdam zu fliegen, da sie noch dringend in New York bleiben muss. So macht er sich mit ihr auf den Weg, und, als Lisa nicht eintrifft, auf die Suche nach der Großmutter, die nach der Erinnerung von Alice irgendwo im Ruhrgebiet wohnen könnte.

Auf ihrer Irrfahrt entwickelt sich zwischen dem wortkargen Philipp und der lebenslustigen Alice dabei langsam eine stille Zuneigung. Dabei findet Philipp, der ein Stück weit das Gefühl für sich selber verloren hatte, durch die muntere Art von Alice beflügelt auf ihrer gemeinsamen Entdeckungsreise wieder etwas zurück zur unvoreingenommenen Sicht auf sich und die Wirklichkeit. Diese wurde von Robby Müller in unspektakulären und doch sehr poetischen Schwarzweißbildern auf Zelluloid gebannt, untermalt mit Musik von unter anderem der Rockband Can. Großartig wurde neben Wenders’ Leib- und Seelenschauspieler Rüdiger Vogler insbesondere auch die junge Yella Rottländer besetzt, welche ihre Rollen ohne große Gesten nuanciert und sensibel spielen. Christian Petzold, der den Film mit 14 Jahren sah, bezeichnete Alice in den Städten als seinen Einstieg ins Autorenkino – und benannte als Hommage an Yella Rottländer die titelgebende Hauptfigur seines neuesten Filmes nach ihr. Lasst Euch dieses immer noch junge Meisterwerk von Wim Wenders nicht entgehen!

Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup

Spieltermin:
Mittwoch, 24.10.2007 19:30 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
In Angels he Trusts
Wim Wenders
 Mittwoch  24.10.2007  19:30 Uhr    Alice in den Städten
 Mittwoch  31.10.2007  19:30 Uhr  teilw. s/w   Der Himmel über Berlin – Wings of Desire
 Mittwoch  07.11.2007  19:00 Uhr  teilw. s/w   In weiter Ferne, so nah!
 Mittwoch  14.11.2007  19:15 Uhr    Paris, Texas
 Mittwoch  21.11.2007  19:30 Uhr    Land of Plenty
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