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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Die Blechtrommel

Regie: Volker Schlöndorff Buch: Jean-Claude Carrière, Volker Schlöndorff, Frank Seitz, Günter Grass, Vorlage: Günter Grass Kamera: Igor Luther Musik: Maurice Jarre, Friedrich Meyer Darsteller: Mario Adorf, David Bennent, Katharina Thalbach, Angela Winkler, Daniel Olbrychski Produktion: BRD/F/PL/J, 1979 Länge: 150 min. Fassung: 35 mm

Die BlechtrommelDer Film beginnt mit der Off-Stimme des Oskar Matzerath (DB), der seine Biographie mit einer Erzählung über seine Großmutter beginnt. Er selbst wird 1924 in Danzig als geistig bereits voll ausgebildeter Junge geboren. An seinem dritten Geburtstag beschließt er niemals Teil der Erwachsenenwelt zu werden und stellt durch einen Treppensturz sein Wachstum ein. Er bekommt eine Blechtrommel geschenkt, die er von nun an zum Kommunizieren und Kommentieren verwendet. Er spricht u.a. von der Ungewissheit, wer sein Vater sein könnte: Alfred (MA), mit dem seine Mutter Agnes (AW) verheiratet ist oder Jan (DO), Cousin seiner Mutter. Damit verbindet Grass zugleich auch die verschiedenen Nationalitäten, Alfred als Deutscher, Agnes als Kaschubin und Jan als Pole in einer großen Familie.

Oskar kommentiert diese privaten Verhältnisse, verbindet sie jedoch immer mit den wichtigsten Ereignissen dieses Kriegs und dem ganzen Verlauf der nationalsozialistischen Zeit generell. Damit entlarvt Oskar durch seine scharfe Beobachtungsgabe vor allem den Mittelstand und dessen Mitläufertum: So beispielsweise Alfred, der der NS-Bewegung beitritt und gegen Ende des NS-Regimes an seinem Parteiabzeichen erstickt. Jan Bronski wird als Held in Oskars Erinnerung bleiben, wenn er während der Verteidigung der polnischen Post in Danzig stirbt, womit er den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges direkt mit in seine Geschichte einflechtet. Aber auch Oskar selbst gerät in die Wirren dieser Zeit...

Volker Schlöndorff war bereits durch die Literaturverfilmung Der junge Törless (1966) Teil der ersten großen Welle des Neuen deutschen Films. Gelernt hatte er sein Handwerk bei Filmemachergrößen wir Louis Malle oder Alain Resnais. Die Blechtrommel drehte er 1979 in Danzig. Die Fertigstellung dauerte zwei Jahre. In Cannes 1979 erhielt er die Goldene Palme, 1980 gab es den ersten Oscar für einen deutschsprachigen Film in der Kategorie Bester nicht englischsprachiger Film. Grass begleitete die Dreharbeiten und trotz der verschiedenen Zeitebenen im Roman, war auch er für eine geradlinige Erzählstruktur, alles andere wäre für einen Film – auch für einen Neuen deutschen Film – zu kompliziert geworden. 2005 zog es Schlöndorff wieder nach Danzig, wo er Strajk – Die Heldin von Danzig drehte. Ähnlich wie Grass, ist der Regisseur (film-)politisch aktiv. Er war 20 Jahre mit der Neuen deutschen Filmemacherin Margarete von Trotta verheiratet. Der Film ist bis heute in bestimmten Teilen Kanadas wegen der angeblichen zu expliziten sexuellen Darstellungen verboten.

Text: Jennifer Borrmann

Spieltermin:
Dienstag, 18.12.2007 19:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Gruppe 47
... trifft Neuen Deutschen Film
 Donnerstag  15.11.2007  20:00 Uhr  s/w   Mein Schulfreund
 Freitag  30.11.2007  19:30 Uhr    Ansichten eines Clowns
 Dienstag  04.12.2007  19:30 Uhr  s/w   Das Brot der frühen Jahre
 Dienstag  11.12.2007  20:00 Uhr  s/w   Abschied von gestern
 Dienstag  18.12.2007  19:00 Uhr    Die Blechtrommel
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