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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Citizen Kane

Regie: Orson Welles Buch: Herman Mankiewicz, Orson Welles Kamera: Gregg Toland Musik: Bernard Herrmann Darsteller: Orson Welles, Joseph Cotton, Buddy Swan, Ray Collins, Sonny Bupp, Paul Stewart, Harry Shannon, Doro Produktion: USA, 1941 Länge: 119 min. Fassung: 35mm, s/w

Citizen Kane beginnt mit einem ?No Trespassing? ? Schild, hinter dem sich ein riesiges dunkles Schloß erhebt. Die Kamera passiert das Schild, und der Zuschauer dringt in die Welt des Charles Foster Kane ein. Der Zaun mit dem Schild umgibt das riesige Schloß Xanadu, wo Kane, der reichste und mächtigste Mann der Welt, auf dem Totenbett liegt und mit dem Wort ?Rosebud? auf den Lippen stirbt. Schnitt ? es folgt ein 10-minütiger Rückblick auf sein Leben, ein Film im Film. Wiederum Schnitt ? die Produzenten dieses Films sind nicht zufrieden, und so wird der Reporter Thompson (WA) beauftragt, nach der Bedeutung des ominösen ?Rosebud? zu forschen. Thompson macht sich auf den Weg und sucht Station um Station in Kanes Leben ab. In Rückblenden erfährt der Zuschauer von Kanes Kindheit, über seine erste Anfänge bei der Zeitung, über seine Ehen, über den mißglückten Versuch, in die Politik vorzudringen, bis hin zu seinen letzten Tagen, die er ? der reichste Mann der Welt und Herr über ein riesiges Presseimperium ? zurückgezogen und allein in seinem Schloß Xanadu verbrachte. Das Bild von Kane bleibt jedoch widersprüchlich, die vielen verschiedenen Aussagen von Kanes Freunden und Feinden ergeben kein konsistentes Bild ? alles erscheint wieder und wieder in einer neuen Perspektive, so wie sich Kane gegen Ende des Filmes, nachdem seine Frau ihn verlassen hat, hundert und tausend Mal in den Spiegeln eines langen Korridors spiegelt. Und ?Rosebud?? Für den Zuschauer löst sich das Rätsel schließlich auf, doch für die Figuren im Film bleibt es für immer verborgen.
Die Figur des Zeitungsmagnaten orientierte sich an dem Verleger William Randolph Hearst, der um alles in der Welt verhindern wollte, daß der Film in die Kinos kam, doch dessen Proteste - man kann nur sagen, Gott sei Dank ? erfolglos blieben.
Orson Welles, der sowohl Regie führte als auch die Titelrolle spielte, war gerade einmal 25 Jahre alt, als er sein furioses Debüt hinlegte. Er bekam von der Produktionsfirma ? zum ersten und letzten Mal in seinem Leben ? völlig freie Hand. Der Film, der heute einhellig als einer der besten Filme der Filmgeschichte und ein Meilenstein in der Filmkunst gilt, war damals zwar für sämtliche Oscars nominiert, gewann aber nur den für das beste Drehbuch. Doch die Ästhetik und die Bildsprache von Citizen Kane wirken auch heute noch überwältigend; mit langen Kamerafahrten, mit vielen Hell-Dunkel-Kontrasten und beeindruckenden Bauten, mit langen Takes statt vieler einzelner Einstellungen, und nicht zuletzt mit einer grandiosen schauspielerischen Leistung als Kane schuf Orson Welles einen der vielseitigsten Charaktere der Filmgeschichte und einen Film, der auch heute noch leicht mit jedem anderen Film mithalten kann.

Spieltermin:
Mittwoch, 09.01.2002 19:30 Uhr, Hörsaal 2006

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