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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Happy-Go-Lucky

Regie&Buch: Mike Leigh Kamera: Dick Pope Musik: Gary Yershon Darsteller: Sally Hawkins, Eddie Marsan, Alexis Zegerman, Stanley Townsend Produktion: UK, 2008 Länge: 118 min. Fassung: 35 mm, En. OmU

Happy-Go-LuckyObwohl Mike Leigh (Vera Drake) mit Happy-Go-Lucky von seiner üblichen Erkundung des Düsteren und Trostlosen abweicht und einen sonnigeren Blick auf das Leben wirft, fehlen in seinem aktuellen Werk keine seiner üblichen Merkmale: die dysfunktionale Familie, die gegensätzlichen Herangehensweisen ans Leben und die Frage, was es braucht um menschlich und glücklich zu sein.

Poppy (SH) ist 30+, Grundschullehrerin und lebt mit ihrer besten Freundin Zoe (AZ) in London. Ihre Stimme ist zu laut, ihr Grinsen zu breit und das nicht nur, wenn sie mit ihren Freundinnen einen hebt. Der Film gibt einen Einblick in ihr alltägliches Leben. Sie bereitet den Unterricht für den nächsten Tag vor, geht zum Chiropraktiker und nimmt Flamencostunden. Der Protagonistin passiert nichts wirklich Außergewöhnliches, aber trotzdem zieht die Komödie den Zuschauer in ihren Bann. Das liegt vor allem an Poppys Persönlichkeit: Als hätte sie Optimismus gefrühstückt, hüpft sie mit einer kindlichen Freude und ruheloser Quietschvergnügtheit munter durch den Alltag, und so wirken ihre normalsten Aktivitäten unglaublich bezaubernd. Doch auch ihre Geduld und Lebensfreude werden auf die Probe gestellt; bei Familientreffen, der Begegnung mit einem Obdachlosen (ST) und vor allem, als sie mit Fahrstunden beginnt und Scott (EM) zugeteilt wird, einem paranoiden und zornigen Fahrlehrer, der sie durchgehend beleidigt. Unterdessen fällt ein Schüler aus ihrer Klasse negativ auf und sie muss einen überaus knuffigen Sozialarbeiter zu Hilfe ziehen. Die beiden fangen an, miteinander auszugehen, und das wird zu einem Katalysator für die Ausraster ihres cholerischen Fahrlehrers.

Zugegeben, anfangs möchte man die fast schon übertrieben lebensbejahende Poppy ausbremsen und gegen die Wand klatschen, aber wie üblich bei Mike Leigh erwartet den Zuschauer etwas komplexeres und so tun sich auch bei Poppy Abgründe auf. Der Film ist zugleich zuckersüß und aufwühlend. Eine clevere Komödie voller Überraschungen über die dunklen Seiten einer Optimistin.

Text: Biljana Jakovljevic

Spieltermin:
Donnerstag, 30.04.2009 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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