aka-Filmclub.de

Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Darwins Alptraum

Originaltitel: Darwin’s Nightmare

Regie&Buch: Hubert Sauper Kamera: Hubert Sauper Produktion: Frankreich/Österreich/Belgien, 2004 Länge: 107 min. Fassung: 35 mm, En. OmU

Die unglaubliche Geschichte begann irgendwann in den 60er Jahren: Im Rahmen eines wissenschaftlichen Experiments wurden im ostafrikanischen Viktoriasee einige, dort nicht heimische, Nilbarsche ausgesetzt. Die ökologischen Folgen waren katastrophal. Ohne natürliche Feinde vermehrten sich die Barsche innerhalb von einigen Jahrzehnten rasant. Dadurch wurde das ökologische System des Viktoriasees völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. Auf den ersten Blick bringt der Viktoriabarsch ökonomisch nur Vorteile: Der Barsch wurde zu einem weltweiten Exportschlager. An den Ufern des größten tropischen Sees der Welt landen jeden Abend riesige Frachtflugzeuge, um am nächsten Morgen wieder in die Industrieländer des Nordens zu starten, beladen mit hunderten Tonnen frischer Fischfilets. In Richtung Süden jedoch ist eine andere Ladung an Bord: Waffen. Für die unzählbaren Kriege im Herzen des Kontinents. Dieser florierende globale Handel von Kriegsmaterial und Lebensmitteln hat an den Ufern des Viktoriasees eine seltsame Stimmung und Menschenmischung erzeugt, welche die “Darsteller” dieses Films repräsentieren: einheimische Fischer, Agenten der Weltbank, heimatlose Straßenkinder, afrikanische Minister, EU-Kommissare, tansanische Prostituierte, russische Piloten... Der Film des österreichischen Regisseurs Hubert Sauper hat seit seinem Erscheinen im Jahr 2005 viel Lob geerntet. Er wurde unter anderem für einen Oskar nominiert und als bester europäischer Dokumentarfilm ausgezeichnet. Aber auch starke Kritik wurde laut, die Sauper vor allem vorwirft, subjektiv und nicht vollständig berichtet zu haben. Saupers Anspruch jedoch, den Blick auf einen von uns sonst nahezu ignorierten Teil dieser Welt zu lenken, erfüllt Darwins Alptraum. So stellt er ein erschütterndes und zur Diskussion anregendes Dokument unserer Zeit dar. Der Film lässt einen mit der Frage nach dem “richtigen” Umgang mit dem Problem allein zurück. Sollen wir, aus Zeichen unseres Protestes, den Verkauf von Nilbarsch aus dem Viktoriasee in hiesigen Supermärkten boykottieren? Womit wäre den betroffenen Menschen am meisten geholfen? Um die Diskussion um eine Perspektive zu erweitern, möchten wir Euch herzlich einladen, im Anschluss an den Film gemeinsam mit Vertreter des “Programms zur Zertifizierung von Kleinfischern” von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (gtz) über mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.

Spieltermin:
Donnerstag, 12.11.2009 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Kaufen mit Köpfchen
Aktionswoche des kritischen Konsums
 Donnerstag  22.10.2009  20:00 Uhr  Franz. OmU  Das große Fressen
 Donnerstag  29.10.2009  20:00 Uhr  Tsch. OmU  Cesky Sen – Der tschechische Traum
 Donnerstag  12.11.2009  20:00 Uhr  En. OmU  Darwins Alptraum
News
Umzug WS2019/20
Aktuelles Programm
Filmreihen
Specials
Programmübersicht
Archiv
HighNoon Film-e-Zine
Über uns...
Links
Kontakt

HighNoon