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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Es waren zehn

Originaltitel: Hem Hayu Assarah

Mit Einführung von Dr. Heinrich Schwendemann

Regie&Buch: Baruch Dienar Kamera: Lionel Bames Musik: Gary Bertini Darsteller: Oded Teomi, Ninette Dinar, Leo Filler Produktion: Israel, 1960 Länge: 99 min. Fassung: 35 mm, Hebr. OmU

Zehn Einwanderer aus dem zaristischen Russland - neun Männer und eine Frau - wagen einen hoffnungsvollen Aufbruch. In Eretz Israel, dem Lande Zion, wollen sie für sich fernab der antisemitischen Pogrome ein neues Leben aufbauen. Doch außer ihrer zionistischen Überzeugung bringen die Zehn kaum etwas mit, was ihnen den Neuanfang im Palästina unter osmanischer Herrschaft erleichtern könnte. Die harten Lebensbedingungen der Gruppe in einem heruntergekommenen Haus, ihre Schwierigkeiten mit der Bestellung des Landes und die Kontakte mit misstrauischen arabischen Dorfbewohnern sowie den türkischen Behörden lassen die Not vermuten, der die Einwanderer aus dem Russland des neunzehnten Jahrhunderts zu entfliehen suchten. Aber nicht nur die äußeren Bedingungen ihres neuen Lebens, sondern auch die sozialen Spannungen unter den isolierten Pionieren stehen dem Erfolg des Projekts im Weg. Das Motiv der Einwanderer, die sich in einem scheinbar leeren Land einrichten und zurechtfinden müssen, erinnert an den klassischen amerikanischen Western. Und wie dieses Format ist auch Es waren zehn aufgeladen mit Ideologie. Die Intention der israelischen Filmschaffenden der 60er Jahre war es, die gemeinsame Identität der sich formierenden Nation mitzugestalten. Und zum Selbstverständnis des jungen Staates gehörte die Glorifizierung zionistischer Gründungsmythen. Eine elementare Rolle spielen darin die Pioniere, die ersten Einwanderer nach Palästina, die ihr Selbstverständnis aus der jungen zionistischen Bewegung gewannen. Häufig wird diese Epoche des israelischen Kinos als "zionistischer Realismus" bezeichnet. Inspiriert ist die Handlung des Films von Tagebüchern tatsächlicher früher Einwanderer aus Russland. Mit dem zionistischen Anspruch des frühen israelischen Kinos lässt Regisseur Baruch Dienar in Es waren zehn also auch die Dokumentation erster Geburtswehen des Staates Israel verschmelzen.

Spieltermin:
Donnerstag, 14.01.2010 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Israel: Innenansichten
 Donnerstag  14.01.2010  20:00 Uhr  Hebr. OmU  Es waren zehn
 Donnerstag  21.01.2010  20:00 Uhr  OmU  Warum Israel
 Donnerstag  28.01.2010  20:00 Uhr  Hebr. OmU  Yossi und Jagger
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