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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Same Same but Different

Mit Vorfilm "Open Sea"

Regie: Detlev Buck Buch: Ruth Thoma, nach dem Roman von Benjamin Prüfer Kamera: Jana Marsik Musik: Konstantin Gropper, Bert Wrede Darsteller: David Kross, Apinya Sakuljaroensuk, Jens Harzer Produktion: D, 2009 Länge: 107 min. Fassung: 35 mm, OmU

In Kambodschas Hauptstadt Pnomh Phen lernt der deutsche Rucksack-Tourist Ben eine einheimisches Mädchen kennen. Sie heisst Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) und arbeitet zu Beginn als Prostituierte. Mit ihm verlebt sie wunderbare Stunden, besucht zum ersten Mal einen Arzt, gibt die Prostitution für einen Kellnerjob auf – kurz: alles scheint gut zu werden. Bis eben die fatale Diagnose eintrifft: Sreykeo hat AIDS. Worauf der mittlerweile nach Hamburg zurückgekehrte Ben aber nicht daran denkt, die komplizierte Liebesbeziehung aufzugeben. Er selbst ist nicht infiziert, aber dennoch versucht er Sreykeo mit allen Mitteln zu helfen, bezahlt ihr Medizin, reist zu ihr und auch die spontane Frage ihres Vaters, wann er der Familie ein Haus in ihrem Heimatdorf baut, kann ihn nicht von seiner Flamme losreissen. Das alles klingt also, um kurz unromantisch einzuhaken, nach einer Schmonzette, wie sie in so manchem Bahnhofskiosk-Taschenbuch steht. Die Vorlage allerdings stammt nicht von einem im Fabrikstil arbeitenden Kitsch-Schreiber, sondern von Benjamin Prüfer selbst, der Bens Reise selbst erlebt, aufgeschrieben und veröffentlicht hat. Und Buck setzt diesen Tatsachenbericht in Bilder um und schafft dabei ein charmantes Roadmovie, dass schnell zur interkulturellen Lovestory wird. Es geht Buck darum, AIDS nicht nur als Schrecken, sondern auch als Tatsache zu thematisieren und das in sonstigen AIDS-Filmen damoklesschwertartig über der Handlung baumelnde Thema Tod hinten anzustellen – neben dem Leben als turbulente und ungewisse Reise im Hier und Jetzt. Das alles erzählt Same Same but Different mit groovender Musik, Fernweh erzeugenden Bildern und ruhigem Erzählstil, ohne dabei aber je langweilig zu wirken. Es gibt zu viel zu entdecken auf Reisen in Kambodscha, in der wilden Jugend, in der Liebe, im Leben. Es geht in diesem Film um ein bierernstes Thema, dass Buck allerdings nicht ohne seine ihm eigene gemütliche Lockerheit umsetzt. Auch wenn bei einer so rund erzählten Geschichte immer der Verdacht von Konstruktionen auftreten muss, ist ihm ein stimmiger, spannender und reifer Film gelungen.

Vorfilm: Open Sea

Regie und Drehbuch: Jakob Willis Kamera: Camille Durin Musik: David Loscher, Frank Bierlein Darsteller: Mario Bastelica, Sarah Perrin, Denis Verbelcelte Produktion: Frankreich 2010 Version: DVD , französisch mit engl. Untertiteln Länge: 15 min.
Während einer Zugfahrt drängen sich Sébastien Bilder des vergangenen Wochenendes auf: Eine Wanderung mit Freunden entlang der Küste, die Rückkehr in die Bucht ihrer Erinnerung, ein Abend am Lagerfeuer. Doch beim Morgengrauen wacht Sébastien alleine auf...

Text: Martin Koch

Spieltermin:
Dienstag, 04.05.2010 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Himmel – Hölle – Heimat
 Dienstag  20.04.2010  20:00 Uhr    Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte
 Dienstag  27.04.2010  20:00 Uhr    Die Siebtelbauern
 Dienstag  04.05.2010  20:00 Uhr    Same Same but Different
 Dienstag  01.06.2010  18:00 Uhr    Endstation der Sehnsüchte + Full Metal Village
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