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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Endstation der Sehnsüchte + Full Metal Village

In Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

Regie&Buch: Sung-Hyung Cho Kamera: Stefan Grandinetti, Ralph Netzer, Axel Schneppat Produktion: D, 2009 Länge: 97 min. Fassung: 35 mm

Wir haben die große Freude, Euch eine kleine Werkschau der Südkoreanisch-Deutschen Regisseurin Sung-Hyung Cho präsentieren zu können: zuerst zeigen wir Ihren neueste Film Endstation der Sehnsüchte, in dem sie ein „deutsches Dorf“ in Südkorea portraitiert. Vor dem Film wird die Regisseurin eine kurze Einleitung halten und im Anschluss für ein Filmgespräch zur Verfügung stehen. Als zweiten Film zeigen wir ihren Kult-verdächtigen Klassiker Full Metal Village – eine liebevolle Dokumentation des Örtchens Wacken, in dem jedes Jahr das gleichnamige Heavy-Metal-Festival stattfindet.
Herzlich willkommen in Freiburg!


Endstation der Sehnsüchte

Regie und Buch: Sung-Hyung Cho Kamera: Stefan Grandinetti, Ralph Netzer, Axel Schneppat Produktionsland und Jahr: Deutschland 2009 Version: 35 mm Länge: 97 min.
Nach dem wundervollen Dorfporträt des Full Metal Village mit seinem Heavy-Metal-Festival legt die Regisseurin nun ihren zweiten „Doku-Heimatfilm“ vor: Sie porträtiert eine eigenartige Enklave, das Dogil Maeul - das „deutsche Dorf“, eine Insel des Deutschtums mitten in Südkorea, errichtet für heimkehrende koreanische GastarbeiterInnen. Der Film porträtiert drei Paare, jeweils koreanische Frauen, die in den 70er Jahren nach Deutschland ausgewandert waren, und ihre deutschen Ehemänner, mit denen sie nun zurückkehren. Das in einer malerischen Bucht gelegene Dorf, in dem es Vollkornbrot und hausgemachte Bockwürste gibt und ein Handwerker stolz seine deutsche Betonmischmaschine zeigt, wurde zur Attraktion für koreanische Touristen, die neugierig bestaunen, wie die „Exoten“ sich zwischen den Welten bewegen, wenn sie traditionelle, koreanische Trachten in ihren Wohnzimmern mit Schrankwänden aus deutscher Eiche tragen.Als eine in Deutschland lebende Koreanerin hat die Regisseurin natürlich einen geschärften Blick für diese Details, und wenn koreanische und deutsche Befindlichkeiten aufeinanderstoßen, ist sie eine der wenigen, die sich in beide Seiten hineinversetzen kann, schreibt die Filmbewertungsstelle. Und begründet die Vergabe des Prädikates „besonders wertvoll“ mit Sung-Hyung Chos einfühlsamer und zugleich humorvoller Suche nach dem Heimatbegriff ihrer Protagonisten, die sie nicht als Kuriositäten vorführt, sondern respektvoll in all ihrer „tragikomischen Entwurzelung“ porträtiert.
Trailer zum Film


anschließend: Full Metal Village

Regie und Buch: Sung-Hyung Cho Kamera: Marcus Winterbauer Musik: Peyman Yazdanian Produktionsland und Jahr: Deutschland 2006 Version: 35 mm Länge: 94 min.
Wacken. Für die meisten Menschen ein unbekannter kleiner Ort in Schleswig-Holstein, für Heavy-Metal-Fans jedoch ihr Mekka: Jährlich gesellen sich 40.000 Schwermetaller zu den 2000 Einwohnern des Kuhdorfes. In diesem Dokumentarfilm spürt die seit 17 Jahren in Deutschland lebende Südkoreanerin Sung-Hyung Cho dem Alltag im Dorf nach. Viel Platz im Film nehmen daher die Bewohner des Dorfes ein, wie der Multibauer Trede. Er macht Geschäfte nicht nur mit seinen Kühen und einem Maisfeld-Labyrinth, sondern vermietet auch seine Felder für die Festival-Zeltlager und rekrutiert aus den Dorfbewohnern Aufräumteams für die zurückbleibenden Müllberge. Die zeitweise aufkommende dörfliche Idylle wird jedoch mehrfach zerstört, z.B. wenn gezeigt wird, wie der Bauer zuhause mit seiner Frau umgeht. „Es gibt ja wohl auch Menschen in der Welt, die diese Musik mögen“ meint Oma Irma, die im Gemeindechor singt und mit dem Festival nichts anfangen kann. Sie verlässt das Dorf immer während der Festival-Tage, während ihre Enkelin Katrin es dort sehr „gemütlich“ findet und das Festival für sie das Highlight des Jahres darstellt. In ihrem mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichneten Heimatfilm wagt Sung-Hyung Cho einen Blick hinter die Kulissen eines eigentlich recht typischen Dorfes in Deutschland. Der Film lässt einen beim Zuschauen einerseits oft schmunzeln, doch ist er andererseits auch eine ernste Studie des ländlichen Lebens, das einmal im Jahr für ein paar Tage von einer fremden Kultur überwältigt wird. Er bleibt stets nah bei seinen Protagonisten und zeichnet durch effektvolle Montage und schöne Naturaufnahmen ein detailliertes Portrait dieses doch etwas besonderen Örtchens Wacken.
Trailer zum Film

Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup

Spieltermin:
Dienstag, 01.06.2010 18:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Himmel – Hölle – Heimat
 Dienstag  20.04.2010  20:00 Uhr    Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte
 Dienstag  27.04.2010  20:00 Uhr    Die Siebtelbauern
 Dienstag  04.05.2010  20:00 Uhr    Same Same but Different
 Dienstag  01.06.2010  18:00 Uhr    Endstation der Sehnsüchte + Full Metal Village
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