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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

33 Szenen aus dem Leben

Originaltitel: 33 sceny z życia

Regie&Buch: Małgorzata Szumowska Kamera: Michał Englert Musik: Paweł Mykietyn Darsteller: Julia Jentsch, Peter Gantzler, Maciej Stuhr, Małgorzata Hajewska-Krzysztofik Produktion: Polen/Deutschland, 2008 Länge: 98 min. Fassung: DVD, Poln. OmeU

„Dieser ‚Film über den Tod’ ragt wie kein anderer moderner polnischer Film in die Zukunft hinaus. Er lässt sich in keine banale, pathetische oder sentimentale Formel einschließen. In Polen ist eine derartige künstlerische Aufrichtigkeit ein Ereignis.“ (Gazeta Wyborcza)
Die polnische Drehbuchautorin Małgorzata Szumowska füllt 33 Szenen mit dem Schicksal einer polnischen Familie, die durch den heranrückenden Tod der Mutter beginnt, sich zu definieren und gleichsam zu zerbrechen. Im Mittelpunkt steht die Fotografin Julia (JJ), Tochter eines erfolgreichen Künstlerehepaares und verheiratet mit dem bekannten Komponisten Piotrek (MS). Als Julia erfährt, dass ihre Mutter Barbara (MH-K) an unheilbarem Krebs leidet, durchlebt sie Verzweiflung und Hilflosigkeit in ihren eigenen Reaktionen und dem Verhalten anderer. Dieses Zusammenspiel und der krampfhafte Versuch, der Mutter ein letztes harmonisches Weihnachtsfest zu ermöglichen, reißt alle Fassaden der verbliebenen Familienidylle ein. Es eröffnet den Blick auf alte Unausgesprochenheiten und Sehnsüchte und stellt Julia unvermittelt vor die Aufgabe, sich eine völlig neue Lebensgrundlage aufzubauen.

Die 33 Szenen zeigen Julia aus einer objektiven, beinahe kühlen Perspektive; die Kamera führt den Betrachter nicht, er ist auf sich allein gestellt, wie alle Personen im Film. Die plötzlichen Ausbrüche schriller Lebensfreude und der eingestreute schwarze Humor in der statischen, drückenden Stimmung unterstreichen das Groteske des menschlichen Versuchs, den Tod zu verharmlosen.

Für ihren Film wurde Małgorzata Szumowska, die selbst im Alter von 33 Jahren ihre Eltern verlor, mit sechs polnischen Filmpreisen und dem silbernen Leoparden des Internationalen Filmfestivals von Locarno ausgezeichnet. Der Film zeigt das Bild der heutigen polnischen 30-Jährigen, die ohne Sozialismus und Orientierung durch das Gesellschaftsmodell ihrer Eltern erwachsen werden.

Vorfilm: Die Fahrt | Kurs
R/B: Roman Przylipiak K: Grzegorz Ruzik D: Justyna Bielecka, Witold Debicki P: Polen 2009 V: DVD, Poln./Dt. OmU L: 11 min.
An einem sonnigen Morgen in Warschau steigt eine Deutsche in ein Taxi. Der Taxifahrer kommt mit seiner Kundin ins Gespräch. In ihrer zunächst noch freundlichen Unterhaltung kommen die beiden zwangläufig auf die deutsch-polnischen Beziehungen zu sprechen.

Text: Anna Verena Wagner

Spieltermin:
Mittwoch, 26.01.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Gegenwartsfilme aus Ostmitteleuropa
 Mittwoch  26.01.2011  20:00 Uhr  Poln. OmeU  33 Szenen aus dem Leben
 Mittwoch  02.02.2011  20:00 Uhr    Eines Nachts in einer Stadt
 Mittwoch  09.02.2011  20:00 Uhr  OmeU  Mysterium Okkupation
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