aka-Filmclub.de

Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Mysterium Okkupation

Originaltitel: Okkupatsiya. Misterii

mit Einführung von Sebastian Rösner

Regie: Andrei Kudineko Buch: Aleksander Katchan Kamera: Pavel Zubritsky Musik: Andrei Volkov Darsteller: Aleksander Kolbyshev, Anatoly Kot, Aleksander Molchanov Produktion: Belarus, 2003 Länge: 90 min. Fassung: DVD, OmeU

Der Filmregisseur Andrei Kudinenko hat mit seinem Film Okkupatsiya. Misterii den Partisanenmythos und das offizielle Geschichtsbild der weißrussischen Nation erschüttert. Die sowjetischen Partisanen des Zweiten Weltkrieges gelten immer noch als Helden, auch wenn sie von Historikern vermehrt als Banditen dargestellt werden. Das Bild, das Kudinenko in seinem Film entwirft, liegt irgendwo in der Mitte, hier lassen sich die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht scharf ziehen. Angelehnt an biblische Motive eröffnet der Film einen Blick auf die Schicksale von Menschen, die unter dem deutschen Besatzungsterror ebenso leiden wie unter den sowjetischen Partisanen: so ein junger Rekrut, der das zynische Verhalten der Partisanen miterlebt, als er selbst gegen friedliche Dorfbewohner vorgehen soll; eine Mutter, die einen verwundeten deutschen Soldaten aufnimmt und pflegt; schließlich ein Knabe, der aus Liebe zu seinem Vater seine Familie zerstört – sie alle sind in gewisser Weise Partisanen, und keiner von ihnen passt in die offizielle weißrussische Ideologie. Okkupatsiya. Misterii ist auch in seiner Machart ein echter Partisanenfilm: Er wurde mit geringem Budget, ohne staatliche Hilfe gedreht und direkt nach der Uraufführung verboten. In Weißrussland kann man den Film nicht im Kino sehen, auch die DVD ist nicht erhältlich. Und während dort alle staatlichen Produktionen in russischer Sprache gedreht werden, erhebt Kudinenko das Belarussische zur Filmsprache. Damit markiert die Produktion einen Meilenstein in der Entwicklung des unabhängigen belarussischen Films und wurde von der oppositionellen Presse gelobt “as the birth of independent, de-Sovietized Belarussian cinema”. Der Regisseur Andrei Kudinenko stellt den Film für die deutsche Erstaufführung freundlicherweise zur Verfügung. Eine Einführung zum Thema „Partisanenmythos und Geschichtspolitik in Belarus“ gibt Sebastian Rösner. Vstup volný | Wstep wolny | Eintritt frei für aka-Mitglieder

Text: Robert Spät

Spieltermin:
Mittwoch, 09.02.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Gegenwartsfilme aus Ostmitteleuropa
 Mittwoch  26.01.2011  20:00 Uhr  Poln. OmeU  33 Szenen aus dem Leben
 Mittwoch  02.02.2011  20:00 Uhr    Eines Nachts in einer Stadt
 Mittwoch  09.02.2011  20:00 Uhr  OmeU  Mysterium Okkupation
News
Umzug WS2019/20
Aktuelles Programm
Filmreihen
Specials
Programmübersicht
Archiv
HighNoon Film-e-Zine
Über uns...
Links
Kontakt

HighNoon