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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Carlos - Der Schakal

Original-Festivalversion - beginnt bereits um 19 Uhr

Regie: Olivier Assayas Buch: Don Franck, Olivier Assayas Kamera: Yorick Le Saux, Denis Lenoir Musik: Nicolas Cantin Darsteller: Edgar Ramírez, Nora von Waldstätten, Alexander Scheer, Christoph Bach Produktion: F/D, 2010 Länge: 333 min. Fassung: 35 mm, OmU

Als im Jahr 1975 ein Anschlag auf die Wiener OPEC-Konferenz verübt wird, ist ein Name in aller Munde: Ilich Ramírez Sánchez, genannt „Carlos" (ER), Rädelsführer der Anschlagstruppe und international gesuchter Top-Terrorist auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere. Sein zweifelhafter Aufstieg war kurz aber steil: erst 1973 heuert der Venezolaner bei der linksgerichteten Terrororganisation PFLP an, wo er sich blitzschnell einen Namen als radikaler Freiheitskämpfer und kluger Stratege macht. Nach dem Rausschmiss aus der Organisation gründet er seine eigene Terrorgruppe und lässt sich im Namen des politisch linksgerichteten Kampfes von dem Auftraggeber anheuern, der das meiste Geld bietet. Das geht so lange gut, bis der eiserne Vorhang fällt und der Killer nur noch eine lästige Bürde seiner Schutzherren ist. Der Jäger wird zum Gejagten.
Regisseur Olivier Assayas inszeniert Carlos` terroristische Karriere in strenger Triptychonstruktur. Der Zuschauer wird Zeuge vom rasanten Aufstieg, von Hybris und dem langen, unvermeidbaren Niedergang des bis heute inhaftierten Terroristen und folgt dabei Carlos` Weg durch zehn Länder und Sprachen, von der winterlichen DDR bis in die drückende Hitze des Sudan. So unstet wie der Lebensweg, so wechselhaft auch seine Persönlichkeit: Carlos, der kaltblütige Mörder, der feiernde Lebemann, der taktierende „Terrorist for hire", der sich immer stärker ins Abseits bombt. Als die Langfassung des Films mit fünfeinhalb Stunden 2010 auf den Filmfestspielen in Cannes Premiere hatte, waren sich die Kritiker einig: Ein „Epos" sei das, ein „Meilenstein" und die „Filmsensation des Jahres". Die Kritikerschaft der Zeitschrift filmdienst wählte "Carlos" auf Platz 1 der Top Ten 2010. Und es stimmt: Eine grandiose Regieleistung und ein durchweg überzeugendes Schauspielerensemble, machen die französisch-deutsche Co-Produktion fernab der gängigen RAF-Blockbuster zu einer "Tour de force, die gleichwohl den Bogen nie aus den Augen verliert" (tagesspiegel.de). Der aka zeigt euch die ungeschnittene Festivalversion, die in dieser Form kaum auf der Leinwand zu sehen war! Nehmt euch ein Sitzkissen und ausreichend Verpflegung mit und taucht mit uns ein in ein besonderes Kinoerlebnis, bei dem man sich garantiert keine Minute langweilt.

Text: Johannes Litschel

Spieltermin:
Freitag, 10.06.2011 19:00 Uhr, Hörsaal 2006

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