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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Sword of Doom

Originaltitel: Dai-bosatsu toge

Regie: Kihachi Okamoto Buch: Shinobu Hashimoto, Kaizan Nakazato Kamera: Hiroshi Murai Musik: Masaru Sato Darsteller: Tatsuya Nakadai, Michiyo Aratama, Yuzo Kayama, Toshirô Mifune Produktion: Japan, 1966 Länge: 119 min. Fassung: 35 mm, Jap. OmU

Kihachi Okamotos Sword of Doom erzählt die Geschichte eines herrenlosen Samurai, der sich jenseits von Gut und Böse bewegt. Damit unterscheidet er sich von den heldenhaften Vagabunden in Kurosawas Sanjuro und Yojimbo, die durch ihre Tugend den konventionellen Ehrbegriff in seiner Starrheit entlarven. Diese Zuschreibung mag befremden, zeichnet Okamoto den Protagonisten Ryunosuke Tsukue (brilliant gespielt von Tatsuya Nakadai; Ran, Kagemusha) von Beginn an als kaltblütigen Mörder, dessen in Zeitsprüngen erzählter Weg ihn vagabundierend von Ort zu Ort führt, während die Familie eines seiner Opfer sich zur Rache rüstet. Jedoch, so vermag der Film in seinem zweistündigen Verlauf zu zeigen, entspringt diese fremdartige Kaltblütigkeit dem mit letzter Konsequenz befolgten Weg der Hölle (Lone Wolf and Cub), der im Nichts, zwischen Leben und Tod verläuft. Der japanische Originaltitel Dai-bosatsu tôge – Der Weg des großen Buddha – verweist auf den gedanklichen Hintergrund des (Zen-) Buddhismus. So heißt es im Shôbôgenzô des Zen-Philosophen Dôgen: „Dies ist der Weg eines Mönchs: sich auf die Ãœbung konzentrieren, Illusionen wegwerfen und die Illusion von Leben und Tod überschreiten." Die Hauptfigur führt die Ãœbung der Schwertkunst jedoch, wie das spektakulär inszenierte, fulminante Ende des Films zu zeigen versteht, in den Wahnsinn. Die behutsame Entfaltung der Familienbeziehungen der Figuren untereinander und deren durch Ryunosuke verletzte Ehre, wie andererseits dessen entrücktes Fortschreiten auf dem Weg des Schwerts, wird getragen von einer meisterhaften Bildsprache, die ihresgleichen sucht. Die vollendete Ästhetik des Films unterstützt in ihrer schwarz-weißen Klarheit, der Einbeziehung von nichthaften Stilmitteln wie musiklosen Passagen völliger Stille und einer genialen Handhabung von Licht und Schatten, die Spannung des Offenen, die Okamotos Meisterwerk in jeder Einstellung aufrecht zu erhalten vermag.

Text: Franz Straubinger

Spieltermin:
Mittwoch, 18.05.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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