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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

We Want Sex

Originaltitel: Made in Dagenham

Regie: Nigel Cole Buch: Billy Ivory Kamera: John de Borman Darsteller: Sally Hawkins, Bob Hoskins, Rosamund Pike, Rupert Graves, Miranda Richardson Produktion: GB, 2010 Länge: 113 min. Fassung: 35 mm, En. OmU

Dagenham, Essex: 1968 sind im heimischen Ford-Werk 55 000 Männer angestellt. Und genau 187 Frauen. Als Näherinnen stellen sie aus Lederfetzen die Sitzbezüge für die Ford-Schlitten her. Unter nicht gerade rosigen Bedingungen arbeiten die Frauen zusammengepfercht zwischen den lärmenden Nähmaschinen in drückender Hitze - deswegen auch gerne mal in Unterwäsche. So verrichten sie Tag für Tag ihre Arbeit, der als Nebenverdienst gilt, meist nachdem sie zuvor Haushalt, Kinder und Ehemänner versorgt haben. Als die Frauen in die schlechter bezahlte Lohngruppe der ungelernten Arbeiter eingestuft werden sollen, lassen sie sich das nicht mehr gefallen und legen ihre Arbeit nieder. Dieser zunächst nur für 24 Stunden angesetzte Streik, erweitert sich schnell auf unbestimmte Zeit, als weder die Gewerkschaft noch die Ford-Geschäftsleitung auf die Forderungen der Frauen eingehen. Diese heißt nun „equal pay": Gleiche Bezahlung von Arbeitern „unabhängig davon ob sie einen Schwanz haben", wie Rita O´Grady (SH), die Anführerin der Frauen, so schön feststellt. Anfangs eher unfreiwillig hineingeraten, spricht sie schon im ersten Gespräch zwischen Gewerkschaft und Geschäftsleitung Tacheles, wächst Stück für Stück in diese Rolle hinein und führt mit ihren Kolleginnen und der treuen Seele der Frauenabteilung Albert (BH) den Arbeitskampf weiter, selbst als das Werk in Dagenham dicht macht und ihre eigenen Männer ohne Arbeit dastehen. Hilfe bekommen die Frauen schließlich aus der Politik, als sich die couragierte und beinharte Arbeitsministerin Barbara Castle (MR) gegen den Willen des Premierministers und trotz der Drohungen von Ford mit den Frauen zu einem Gespräch trifft.
Nigel Cole greift in We Want Sex die Ereignisse des ersten Streiks um Gleichberechtigung in den 60er Jahren auf und bezieht sich in diesem sehr spaßigen und fast durchgängig optimistischen Streifen auf den „Equal Pay Act" von 1970 in Großbritannien. Mit den sympathischen Charakteren und der authentischen Ausstattung wird man ins Jahr 1968 zurückversetzt, als arbeitende Frauen belächelt wurden und die Männer die unangefochtenen Ernährer der Familien waren. Ansichten, die von uns heute als überholt und altbacken angesehen werden, in den Diskussionen um die Frauenquote jedoch immer wieder aktuell sind.

Vorfilm: Outsourcing

R/B: Markus Dietrich, Hanna Reifgerst K: Urs Zimmermann M: Philipp E. Kümpel D: Frank Röth, Gesa
Badenhorst, Tom Siegert, Annekathrin Wittig, Shirin Kühn P: D 2007 V: 35 mm, OF L: 6 min.


Das kleinste Unternehmen ist die Familie. Was wäre, wenn man diesen Betrieb nur unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet? Was wäre, wenn die Familie plötzlich ihre Mitglieder entlässt, um effektiver wirtschaften zu können?


Pssst: Besucher, denen der Towel-Day etwas sagt, können sich an der Abendkasse auf eine Überraschung freuen!

Text: Katharina Ostrowski

Spieltermin:
Mittwoch, 25.05.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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