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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Afrika

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  22.11.2007  19:30 Uhr    Der letzte König von Schottland
 Donnerstag  29.11.2007  20:00 Uhr  OmU   Als der Wind den Sand berührte
 Donnerstag  06.12.2007  20:00 Uhr  OmU   Tsotsi
 Donnerstag  13.12.2007  19:30 Uhr    Lost Children

Das Weltkino entdeckt den vergessenen Kontinent

Afrika im Kino – bis vor ein paar Jahren fielen Kinofreunden dazu in erster Linie Filme ein, welche die Landschaft des schwarzen Kontinent als malerischen Hintergrund für Auswanderer-Romanzen verwenden (Jenseits von Afrika, 1985 und Nirgendwo in Afrika, 2001). Auch wenn der Aufbau einer eigenen Filmindustrie in fast allen schwarzafrikanischen Ländern wohl noch einige Jahre dauern wird: Spätestens seit Hotel Ruanda ist die Lage der Menschen in diesen Ländern immer stärker im Fokus europäischer und amerikanischer FilmemacherInnen. Deswegen widmet der aka-Filmclub diesen „Afrika-Filmen über Afrikaner“ eine Reihe. Obwohl es nicht möglich ist, der Lage eines ganzen Kontinents mit einer Reihe von vier Filmen gerecht zu werden, stand die Vielfalt der Themengebiete bei der Zusammensetzung der Reihe im Mittelpunkt.

Die Flucht vor Wassermangel in den Randgebieten der Wüsten ist ein hochaktuelles Problem, das in Marion Hänsels Drama Als der Wind den Sand berührte (2006) hart, überzeugend und realistisch umgesetzt wurde. Die unmenschliche Belastung, welche die Flüchtlinge auf sich nehmen müssen steht ungeschminkt im Fokus, genau wie ihre Bedrohung durch raubende, mordende und plündernde Rebellengruppen.

Die „Big Man“ -Problematik der afrikanischen Staatsführer bringt Kevin MacDonalds Der letzte König von Schottland (2006) am Negativbeispiel des ugandischen Diktators Idi Amin auf die Leinwand. Der Oscar-prämierte Hauptdarsteller Forest Whitaker mimt Amin als zwischen unbändigem Idealismus und grenzenlosem Hass auf seine Feinde hin-und-hergerissenern Aufsteiger, der durch die prekäre Lage seines Landes zum monströsen Despoten wird.

Die Lage ehemaliger Kindersoldaten in einem Kriegsgebiet im Norden Ugandas dokumentiert Lost Children (2005). Die Regisseure Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz verfolgen den Weg vierer dieser jungen Leute, die als Kind von Rebellengruppen entführten und als Killer missbraucht wurden. Dabei geht es vor allem darum, wie eine Wiedereingliederung dieser in die Familien und eine Fortsetzung ihres früheren Lebens gelingen kann.

Von Jugendkriminalität in den gefürchteten Slums der südafrikanischen Stadt Johannesburg handelt Gavin Hoods Tsotsi (2005), der einen jungen Herumtreiber und Gewalttäter zur Hauptperson hat. Der Film beschreibt die Veränderungen, die in der Hauptfigur Tsotsi vor sich gehen, nachdem er bei einem Überfall ein Baby „erbeutet“ und fortan Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen muss. Bei aller Moral und unterschwelliger Komik ist Tsotsi vor allem eins: eine hartrealistische Darstellung des Slumlebens.

Diese vier innovativen und provokanten Filme zielen darauf ab, ein möglichst authentisches Bild der Lage der darin gezeigten afrikanischen Länder darzustellen und auf die in Deutschland vielfach nur oberflächlich bekannten Missstände hinzuweisen. Da die beleuchteten Probleme auch in der Afrikaforschung behandelt werden, bemüht sich der aka-Filmclub um eine Kooperation mit der Freiburger Afrikanistik. Dazu sind Begleitveranstaltungen in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen geplant.

Text: Martin Koch

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